Carnaval Tropical in Paris

Ausgelassene Stimmung und super Wetter beim Carnaval Tropical in Paris. Mehrere Dutzend südamerikanische Gruppen ziehen an zehntausenden Zuschauern vorbei über die Champs-Élysées.

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In Paris herrscht für einige Stunden Stimmung wie an der Copacabana. Der Grund: Jedes Jahr im Juli findet auf den Champs-Élysées der Carnaval Tropical statt. Die Straße ist zwar nicht das Sambadrom, aber Teilnehmer und Zuschauer haben dennoch großen Spaß an der Sache.

Monatelang bereiten sich die Gruppen für den Auftritt auf der Pariser Flaniermeile vor. Das heißt vor allem: Kostüme nähen und Tanzschritte üben. Wie jeden ersten Sonntag im Monat ist auch dieses Mal die Straße für den Autoverkehr gesperrt. Und wieder einmal wird deutlich, wie viel Lebensqualität eine Stadt ohne Fahrzeuge bringt. Die Menschen flanieren entspannt auf den Champs-Élysées, haben Spaß, machen Fotos und begutachten ihre Einkäufe.

Schwimmbad im Hafenbecken von Paris

Paris stöhnt unter der Hitze. Im Stadtteil La Villette können sich die Menschen in die Fluten stürzen. Dort wird seit drei Jahren jeden Sommer ein provisorisches Schwimmbad aufgebaut. Alles gratis: Eintritt, Wasser, Sonne, Spaß! 

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Vier Becken hat das 100 Meter lange Schwimmbad. Für die Nichtschwimmer gibt es ein Becken mit 40 Zentimeter Wassertiefe, auf die Schwimmer warten über zwei Meter. Die gesamte Konstruktion ist aus Holz und lagert im Winter in einer Fabrikhalle.

Vor drei Jahren wurde das Schwimmbecken zum ersten Mal aufgebaut und es war sofort ein großer Erfolg. Rund 100.000 Gäste kamen zum Schwimmen. Es hätte wahrscheinlich auch mehr sein können, aber es dürfen aus Sicherheitsgründen nur einige Hundert Badende gleichzeitig ins Schwimmbad. Geboten werden Umkleidekabinen, Duschen, sanitäre Anlagen und natürlich eine Liegewiese mit Liegestühlen.

Und die Qualität des Wassers? Die ist auch nicht schlechter als an den Stränden im Mittelmeer erklärt einer der Verantwortlichen lakonisch. Allerdings werden jeden Tag Proben genommen und analysiert. Also alles im grünen Bereich. Allerdings kann es auch vorkommen, dass das Baden wegen der ungenügenden Wasserqualität verboten wird.

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Fantastische Illusionen im Hafenbecken

Das Bassin de la Villette ist ein beliebtes Ziel für die Bewohner von Paris. Vor allem an heißen Tagen verspricht das alte Hafenbecken nicht nur Abkühlung, sondern auch einiges an Abwechslung. 

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Ein ziemlich fantastisches Spektakel wurde den Zuschauern kurz vor Mitternacht von der Compagnie Ilotopie geboten. Autos kreuzten auf dem Wasser durch das Hafenbecken, brennende Fährmänner irrlichterten über das Wasser, eine Sängerin thronte hoch über dem Wasser. Begleitet wurde das Spektakel von Musik und einem imposanten Feuerwerk.

Für die Stadt haben solche Veranstaltungen zwei Ziele. Zum einen sollen natürlich die Leute unterhalten werden. Allerdings soll damit auch der Ruf des Viertels La Villette im 19. Arrondissement aufpoliert werden. Dort haben nämlich an vielen Ecken die Drogendealer das Sagen. Auf diese Weise werden sie zumindest für kurze Zeit von der Bildfläche vertrieben.

In Paris werden Brunnen zu Schwimmbädern

Frankreich stöhnt unter der Hitzewelle. Klimatisierte Museen bekommen unter diesen Umständen einen ganz neuen Reiz.

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Der Warschauer Brunnen am Trocadéro wird zum Freibad

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Leiden unter der großen Hitze

Die Touristen in der langen Schlange vor dem Louvre stöhnen unter der gewaltigen Hitze. Einige haben Regenschirme aufgespannt, um sich vor der sengenden Sonne zu schützen. Das weltbekannte Museum ist für die Wartenden in diesen Tagen nicht nur wegen der einzigartigen Kunst ein Sehnsuchtsort, sondern vor allem auch wegen der Klimaanlage. Auf 40 Grad soll das Thermometer in Paris klettern, eine große Herausforderung nicht nur für die Besucher der Metropole.

Behörden reagieren auf Hitzewelle

Die französischen Behörden haben auf die außergewöhnliche Hitzewelle bereits reagiert. In 51 Départements wurde die zweithöchste Alarmstufe „orange“ ausgerufen. Der französische Bildungsminister kündigte an, die für Ende dieser Woche angesetzten Abschlussprüfungen an Sekundarschulen auf die kommende Woche zu verschieben. In Betracht gezogen wurde auch, die Schule ganz ausfallen zu lassen. Von diesem Plan haben die Verantwortlichen allerdings wieder Abstand genommen, da es für die Eltern wegen der Betreuung des Nachwuchses zu viele Probleme mit sich gebracht hätte. Die Schulen wurden aber aufgefordert, in den Pausenhöfen kleine Fontänen aufzustellen, unter denen sich die Schüler abkühlen können.

Brunnen werden zu Freibädern

Auch auf vielen Plätzen in Paris sind inzwischen Wassersprinkler aufgestellt, die von den Passanten gerne für eine erfrischende Dusche genutzt werden. Die meisten Brunnen sind von den Einwohnern längst zu öffentlichen Badeanstalten umfunktioniert worden. Sehr gut besucht sind auch die gut klimatisierten Kaufhäuser in der Innenstadt und die Zeitungen veröffentlichen Listen mit den Métro-Linien, deren Züge eine Klimaanlage haben.

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Vom französischen Gesundheitsministerium wurde eine kostenlose Info-Hotline zum Thema Hitze eingerichtet. Dort können sich die Anrufer unter anderem Tipps holen, wie man sich am besten schützt. In vielen Städten werden die Behörden auch selbst aktiv und rufen besonders bedürftige, vor allem ältere Menschen an, um regelmäßig nachzufragen, ob es ihnen gut geht.

Auch die staatliche Bahngesellschaft SNCF hat sich auf die Hitzewelle vorbereitet. Sie hat sich vorsorglich mit fast einer halben Million Wasserflaschen und 200.000 Essenspaketen eingedeckt, die an die Fahrgäste verteilt werden, sollte es wegen des Wetters zu größeren Verspätungen kommen.
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Besondere Probleme in der Bretagne

Mit einem besonderen Problem haben die Menschen an einigen Stränden der Bretagne zu kämpfen. Dort wurden Massen von Algen angeschwemmt, die nun in der Sonne verrotten. Dabei werden giftige Gase freigesetzt, die auch für den Menschen gefährlich sind. Vorsorglich wurden einige Strände gesperrt.

Natürlich gibt es auch Gewinner der außergewöhnlichen Hitzewelle. Der Elektrogerätehändler Fnac-Darty vermeldet einen 300-prozentigen Anstieg bei der Nachfrage nach Ventilatoren und mobilen Klimaanlagen im Vergleich zum vergangenen Juni.

Und hier die Tipps, um gut durch die Hitze zu kommen:
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Das Ende des alten Métro-Tickets

Wer die U-Bahn von Paris nutzen will, muss in Zukunft eine Plastikkarte kaufen. Die muss vor der Fahrt aufgeladen werden.

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Das Ende des alten Métro-Fahrschein

Es heißt Abschied nehmen. Nach fast 120 Jahren wird es für die Métro von Paris bald keine Fahrscheine aus Papier mehr geben. Das heißt allerdings nicht, dass der Nahverkehr in der französischen Metropole zum Nulltarif angeboten wird. In Zukunft wird mit einer kleinen Plastikkarte bezahlt, die mit bis zu 30 Einzelfahrten aufgeladen werden kann. „Wir hinken in diesem Bereich der Entwicklung hinterher, wir müssen aufholen“, sagt Valérie Pécresse, Chef des Nahverkehrs in Paris (Ile-de-France Mobilités). Großes Vorbild ist London mit seiner sogenannten Osyter Card, die ausgelegt ist auf Touristen und Gelegenheitsnutzer der U-Bahn.

Die Preise werden nicht erhöht

Im Grunde bedeutet die Neuerung für die Besucher von Paris nicht allzu viel Veränderung. Die Karte mit dem Namen „Navigo Easy“ kann in den Métro-Stationen und den üblichen Verkaufsstellen für zwei Euro gekauft werden. Danach muss sie allerdings an speziellen Automaten erst aufgeladen werden. Valérie Pécresse verspricht, dass sich die Preise durch die Einführung des neuen Zahlsystems nicht ändern. Das heißt: eine Fahrt kostet weiter 1,90 Euro. Wer ein sogenanntes „Carnet“ mit zehn Tickets kauft, bezahlt dafür 14,90 Euro – es ist also wesentlich billiger.

Die alten Tickets gelten vorerst weiter

Maximal können 30 Einzelfahrten geladen werden Aber Vorsicht: Jeder Fahrgast muss seine eigene Navigo-Easy-Karte haben. Es geht also etwa nicht, dass Eltern ihre Kinder auf ihrer Karte mitfahren lassen. Und, so heißt es von Ile-de-France Mobilités, überzählige Fahrten können am Ende des Urlaubes nicht „zurückgegeben“ werden, allerdings verlieren sie auch nicht ihre Gültigkeit. Wichtig für Touristen: auf das „Navigo Easy“-Ticket können auch Fahren zu den Flughäfen mit dem OrlyBus und RoissyBus geladen werden. Dasselbe gilt für Tages- und Wochenend-Tickets. Sollte noch jemand alte Métro-Tickets aus dem letzten Urlaub bei sich zu Hause haben, verlieren die nicht sofort ihre Gültigkeit. Die können voraussichtlich noch bis Ende 2021 benutzt werden.

Ein Schritt für den Umweltschutz

Métro-Chef Valérie Pécresse unterstreicht, dass die Einführung von „Navigo-Easy“ auch ein Schritt in Richtung Umweltschutz ist. Rund 550 Millionen Tickets werden in Paris jedes Jahr an den Automaten entwertet, von denen viele danach achtlos weggeworfen werden. „Ein Ticket benötig ein Jahr um zu verrotten“, sagt Pécresse. Das neue „Navigo-Easy“ sei aber noch nicht das Ende der Entwicklung, verspricht er. Bald werde es auch möglich sein, alles auf sein Smartphone zu laden. Die Schranke am Bahnsteig erkenne dann den Fahrgast und öffne sich automatisch. Das allerdings ist noch Zukunftsmusik, sagt der Métro-Chef. Jetzt müssten sich die Fahrgäste zuerst einmal an das neue System gewöhnen. ENDE-ENDE

Mit wenigen Schritten vom Dschungel in die Sahelzone

Die Gewächshäuser im Pariser Vorort Auteuil sind seit über einhundert Jahren ein exotischer Ort der Muße und Ruhe für die Menschen der Millionenstadt.

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Großer Bahnhof um Roland Garros

Es ist keine gute Idee, den Jardin des Serres d’Auteuil zu besuchen, wenn in Roland Garros Tennis gespielt wird. Immer wieder brandet Beifall herüber oder frenetischer Jubel, wenn einem Spieler ein Schlag besonders gut gelungen ist. Ansonsten eine Oase der Ruhe, lediglich leise besäuselt vom ständigen Verkehr der Großstadt, ist an diesem Ort während der Turniertage an Kontemplation kaum zu denken.

Der Ärger beginnt mit der Anfahrt: die Metro Nummer 10 in Richtung Porte d’Auteuil ist überfüllt, aufgekratzte Menschen hetzen umher, Andenkenstände versperren den Weg und eine lärmende Karawane zieht von der Metro in Richtung Haupteingang der Tennisanlage. Es empfiehlt sich, die Leute an der Straße entlang rennen zu lassen, sich in aller Gelassenheit etwas links zu halten und den Weg durch den Park der Poeten zu nehmen. So schlendert man einige Hundert Meter an alten Bäumen und Tafeln mit Gedichten vorbei, bis schließlich das erste Gewächshaus auftaucht.

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Eine Zeitreise in ein anders Jahrhundert

Spätesten jetzt beginnt eine kleine Zeitreise ins 19. Jahrhundert. Als Einstimmung dient der Garten im barocken Stil, den die fünf Hauptgewächshäuser umschließen. Unweigerlich führt der Gang in Richtung des Einganges am größten Gebäudes aus Stahl und Glas. Dabei passiert man eine ausladende Treppe, die mit fratzenartigen Köpfen geschmückt ist, die aus dem Atelier Auguste Rodins stammen. In der Mitte prangt ein mächtiges Medaillon das den Triumph des Bacchus darstellt und als Beleg dienen kann, dass die Menschen jener Zeit den Sinnesfreuden nicht ganz abgeneigt gewesen sein können.

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Eintritt in eine andere Welt

Es bedarf einiger Kraft, die mehrere Meter hohe Tür aufzuziehen, aber kaum ist die Pforte durchschritten, ist die Welt eine andere. Wasser rauscht, exotische Vögel zwitschern um die Wette und ein schwerer Duft von Blüten und Erde umfängt den Besucher.

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Dem modernen und weltreisenden Menschen von heute mag dieses Erlebnis wenig Neues bieten, aber wie mögen die Pariser vor über 100 Jahren auf solch einen Empfang reagiert haben? Am Ende des 19. Jahrhunderts waren solche Gewächshäuser groß in Mode. Für die Franzosen hieß es, dass sie zwar ihre entfernten Kolonien nicht besuchen konnten, doch in diesem Fall die Kolonien einfach zu ihnen kamen, erklärt Vincent Lysiak, Chefgärtner der Serres d’Auteuil. Bemerkenswert ist die Sammlung der Pflanzen aus Neukaledonien, von denen viele zum ersten Mal außerhalb ihrer Herkunftsinsel zu sehen waren.

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Beliebtes Zielt für die Pariser

Vor allem im Winter liebten es die Einwohner von Paris, sich im Warmen zwischen Palmen und Kakteen zu ergehen. Sie bestaunten die unglaublichen Farben der tropischen Pflanzen und berauschten sich an den exotischen Düften.
Angelegt war die Anlage ursprünglich aber nicht als Ort der Muße, sondern vor allem zur Zucht der Pflanzen, die König Ludwig XV. für seine Gärten benötigte. Aber mit dem Niedergang der Monarchie hatte sich auch das schnell erledigt und schließlich wurde der Architekt Jean Camille Formigé damit beauftragt, die Gewächshäuser zu bauen, die 1898 eröffnet wurden. Und so kann man auch heute noch von der dicht wuchernden Dschungelwelt in nur wenigen Schritten in die scheinbar lebensfeindliche Welt der Sahelzone wechseln, wo nur Dornen und Gestrüpp gedeiht.

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Ein Eldorado für alle Botaniker

Auf ihre Kosten kommen Orchideenliebhaber, es sollen über 500 Unterarten der Pflanze in den Gewächshäusern zu finden sein. Zudem ist zu bestaunen, dass die Gattung der Begonia nicht nur aus jenen wuchernden Gewächsen besteht, die an deutschen Einfamilienhäusern die Fenstersimse verschönern sollen.
Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts musste der Garten allerdings einen herben Einschnitt hinnehmen. Ein Drittel der Fläche wurde dem Straßenbau geopfert und die Pflanzenzucht wurde ausgelagert.

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Das Paradies schrumpft

Noch einmal einen gewissen Tribut mussten die Gärten dem unmittelbaren Nachbarn zollen. Als die Tennisanlage Roland Garros in den letzten Jahren erweitert wurde, wurden noch einmal einige Quadratmeter abgezwackt. In diesem Fall aber haben sich die Architekten des französischen Tennis-Mekkas einiges einfallen lassen. Das neue, rund 5000 Zuschauer fassende Stadion, das nach der Tennisspielerin Simonne Mathieu benannt wurde, gleicht von außen einem Gewächshaus. Die Formgebung der Serres d’Auteuil wurde aufgenommen und auch im Innern wurden an den vier Seiten jeweils Pflanzen aus Amerika, Asien, Afrika and Ozeanien gepflanzt. Allein der Geruch ist den diesen heiligen Hallen des Sports ein anderer. Anstatt nach saftiger Erde und süßen Blüten, riecht es eher nach Bier und gebratenen Würstchen.

Trauerfeier in Paris für getötete Soldaten

Mit einer bewegenden Trauerfeier in Paris nimmt Frankreich Abschied von zwei getöteten Soldaten. Cedric de Pierrepont und Alain Bertoncello sind bei der Befreiung von vier Geiseln in Burkina Faso ums Leben gekommen. Die Särge der beiden Männer wurden durch die Straßen von Paris zum Hotel des Invalides gefahren. Zehntausende Menschen säumten am Dienstagmorgen den Weg.

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Eine Spezialeinheit der französischen Armee hatte in der Vorwoche in der Sahelzone im Norden von Burkina Faso vier ausländische Geiseln befreit. Zwei französische Touristen sowie eine US-Bürgerin und eine Südkoreanerin sind wieder auf freiem Fuß. Die vier Entführer wurden erschossen, wie der Elysée-Palast am Freitag in Paris mitteilte.

Die Geiseln waren am 1. Mai in Benin entführt worden. Sie verschwanden nach einer Safari im Pendjari-Nationalpark spurlos. Ihr Reiseführer wurde vor wenigen Tagen tot in dem Park aufgefunden. Die militärische Befreiungsaktion fand den Angaben nach in der Nacht zu Freitag im Norden von Burkina Faso, einem Nachbarland Benins, statt.

In dem Gebiet sind bewaffnete Gruppen sowie Dschihadisten aktiv, die mit den Terrorgruppen Al-Kaida und Islamischer Staat (IS) verbündet sind. Bisher bekannte sich jedoch niemand zu der Entführung.

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Präsident Emmanuel Macron hatte den offiziellen Staatsakt im Hotel des Invalides angeordnet. Nach der Befreiungsaktion, die der Staatschef persönlich angeordnet hatte, schlug ihm viel Kritik entgegen. Es heißt, er wolle sich kurz vor der Europawahl als Patriot darstellen, um Stimmen zu sammeln. ENDE-ENDE