Gegenwind für Öko-Strom aus Frankreich

Die Voraussetzungen für Windparks sind in dem Land ausgesprochen gut, doch der Ausbau der Anlagen geht mehr als schleppend voran. Die Politik und auch die Bevölkerung setzt weiter auf Atomenergie.

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Die Berichterstattung über die Windkraftanlage in Saint-Brieuc ist nicht immer sehr wohlwollend.

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Ein Schreiben der Fischer an den Präsidenten

Die Maschinen stehen bereit in der Bucht von Saint-Brieuc. In diesen Tagen soll in der Bretagne, knapp 16 Kilometer vor der Landspitze des Cap Fréhel, mit dem Bau eines Windparks begonnen werden. Geplant sind 62 Windräder, die über 200 Meter aus dem Meer ragen – doch kurz vor dem Start regt sich neuer Widerstand. Die Fischer der Côtes-d’Armor haben sich in einem offiziellen Schreiben an Präsident Emmanuel Macron persönlich gewandt und fordern, das Projekt für Frankreichs erste Offshore-Anlage in letzter Minute abzublasen.

Trotz endloser Beratungen sei es nicht gelungen, ein Projekt zu gestalten, das „im Einklang mit dem Schutz der Meere und den Aktivitäten der Fischer“ stehe, schreibt Alain Coudray, Präsident der Vertretung der Berufsfischer in der Region. Kritisiert wird der in seinen Augen chaotische Ablauf der Planung, bei der die Berufsfischer nicht ausreichende gehört worden seien. Sie fürchten um ihre Fischgründe und vor allem um die Bestände der Jakobsmuscheln, für die die Region berühmt ist.

Viele Probleme bei der Baugenehmigung

In dieselbe Kerbe schlägt auch Katherine Pujol, Präsidentin der Umweltorganisation Gardez les Caps. Sie kritisiert, dass es im Vorfeld der vor zehn Jahren erteilten Baugenehmigung keine öffentliche Debatte über das Projekt gegeben habe. Zudem sei ursprünglich keine Studie über die Auswirkungen des Windparks in der Nähe eines geschützten Meeresgebietes durchgeführt worden, die sei erst 2015 nachgereicht worden.

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Die Planung des Windparks in der Bucht von Saint-Brieuc ist allerdings nur ein Beispiel für die Schwierigkeiten beim Ausbau alternativer Energiequellen in Frankreich. Ein zentrales Problem sind die langen Baugenehmigungen der Anlagen, die in der Regel über viele Jahre gehen. Der Grund: es gibt großen Widerstand gegen alle Arten von Windanlagen und die Gerichtsverfahren ziehen sich oft in die Länge. Die Akzeptanz von erneuerbaren Energien ist im Atom-Land Frankreich nicht so hoch wie in Deutschland. Rund 70 Prozent des verbrauchten Stroms stammt aus AKWs.

Dieses Denken zieht sich bis in die Regierung. Dort redet etwa Präsident Emmanuel Macron zwar viel über den schnellen Ausbau regenerativer Energien, der dann aber immer wieder auf die lange Bank geschoben wird. Zuletzt wurden sogar die möglichen Laufzeiten der alten französischen Kernkraftwerke von 40 auf 50 Jahre verlängert.

Frankreich hingt in Sachen Öko-Strom hinterher

Öko-Verbände jubilierten zuletzt zwar, dass der Anteil von Wind und Wasserkraft am Stromverbrauch im Land auf rund ein Viertel gesteigert werden konnte, doch ist das nur eine Seite der Medaille. Zustande kam dieser Wert vor allem wegen des in der Corona-Pandemie deutlich gesunkenen Verbrauchs. Dabei ist das Ziel sehr klar: bis zum Jahr 2040 sollen die erneuerbaren Energien in Frankreich 40 Prozent vom Strommix ausmachen. Im Moment liegt dieser Wert bei unter 20 Prozent. Der Durchschnitt in der EU beträgt jetzt schon knapp 40 Prozent.

Wie der Ausbau erneuerbarer Energien ablaufen soll, ist im Moment allerdings nicht klar. Über den möglichen Weg will Frankreich erst nach der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr entscheiden. Entsetzen löst bei Umweltschützern die Vorstellung aus, dass die Rechtspopulistin Marine Le Pen die Abstimmung gewinnen könnte, die im Moment in allen Umfragen führt und für regenerative Energien nur Spott übrig hat. Ihr Sieg würde in Frankreich eine Renaissance der Atom-Kraft einläuten.  

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Auch Frankreich hat Vorzeigeprojekte

Aber natürlich gibt es auch in Frankreich einige Vorzeigeprojekte, in denen alle Vorteile des ökologischen Umbaus vorgeführt werden. Eines davon ist der „Parc Éolien de l’Hyrôme“, knapp 300 Kilometer südwestlich von Paris. Bürger aus der Gemeinde setzten sich dort schon vor Jahren für Windkraft ein und überzeugten Anwohner und Nachbarn von ihrem Vorhaben. Sie wollten das Geschäft mit erneuerbaren Energien aber keinem Großkonzern überlassen, gründeten einen Verein und bauten den Park, an dem jede Bürgerin und jeder Bürger Anteile erwerben konnte. Mittlerweile werfen die fünf Windräder mit einer Leistung von über 32.000 MWh Gewinne ab und liefert 40 Prozent des lokalen Energiebedarfs. Über 200 ähnliche Projekte befinden sich in Planung, ob und wann sie verwirklicht werden steht aber in den Sternen.

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Im kommenden Jahr soll auch mit dem Ausbau von sieben neuen Offshore-Projekten an der französischen Küste begonnen werden, die bis 2027 zwischen Dünkirchen und Noirmoutier ans Netz gehen und eine Gesamtleistung von 3,5 Gigawatt haben sollen. Auch hier dauerte die Genehmigung mehr als zehn Jahre.

Fukushima: Die „ideologische Besessenheit“ der Deutschen in Sachen Kernkraft

Am 11. März 2011 hatte Japan das schwerste Erdbeben seiner Geschichte mit einer Stärke von 9,0 und einem anschließenden Tsunami erlebt. Im AKW Fukushima Daiichi kam es im Zuge der Naturkatastrophe zu einer Kernschmelze und damit zu einem Super-GAU.  Für Deutschland bedeutete die Katastrophe den Einstieg in den Ausstieg aus der Kernenergie. Doch das wird nicht in allen Ländern so gesehen – allen voran Frankreich. Den Deutschen wird sogar eine Art „ideologischer Besessenheit“ vorgeworfen.

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Der Kommentar zur Zukunft der Kernenergie in der Zeitung „Le Figaro“

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Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, fasst die Haltung vieler Deutschen zehn Jahre nach der Katastrophe zusammen. Sie betont in einem Interview mit der Rheinischen Post die unkalkulierbaren Gefahren von Atomkraftwerken. „Die Risiken der Kernkraft sind selbst für ein hoch industrialisiertes Land nicht sicher beherrschbar“, sagt Inge Paulini.

Die Position Frankreichs ist eine ganz andere. Das wird in einem Kommentar der konservativen Zeitung „Le Figaro“ sehr deutlich. Dort ist zu lesen:

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 „Muss die Atomkraft von der Weltkarte gestrichen werden? Seit der Katastrophe von Fukushima träumen Umweltschützer davon. (…)Diese ideologische Besessenheit hält der Realität aber nur schwer stand. Man macht sich Sorgen darum, dass die Klimaerwärmung die Zukunft des Planeten bedroht. Aber gerade die Atomkraft, deren Sicherheitsanforderungen so hoch wie nirgendwo anders sind, erzeugt so gut wie kein CO2 womit (Frankreich) zu den Klassenbesten gehört. Deutschland, das für seinen Ausstieg aus der Atomkraft gefeiert wurde und Strom und Gas mit Kohle- und Gaskraft erzeugt, verschmutzt die Umwelt heute mehr als jeder andere in Europa. Wo ist da die Logik?“

Kommentar aus „Le Figaro“

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Hier der gesamte Kommentar auf Französisch:

„Faut-il rayer le nucléaire de la carte du monde? Les écologistes en rêvent depuis la catastrophe de Fukushima. Cet événement, né d’un tsunami et non d’une défaillance de la centrale japonaise, a marqué un tournant dans la guerre entre anti et pro-atome. Le choix radical de l’Allemagne d’y renoncer quasiment du jour au lendemain a galvanisé les procureurs verts. Chez nous, la promesse de fermer Fessenheim, arrachée à François Hollande et exécutée par Emmanuel Macron, leur donne des ailes pour exiger une sortie définitive du nucléaire.

Cette obsession idéologique résiste mal au principe de réalité. Le réchauffement climatique, s’inquiète-t-on, menace l’avenir de la planète. Justement, l’énergie nucléaire, dont les critères de sécurité ont été relevés à des niveaux sans précédent, n’émet quasiment aucun CO2, ce qui nous vaut de figurer parmi les meilleurs élèves. Célébrée pour avoir décidé de s’en passer, l’Allemagne, qui se chauffe et s’éclaire avec des centrales à charbon et au gaz, pollue désormais plus que tout autre en Europe. Où est la logique?

La France, entend-on, ambitionne de reconquérir sa souveraineté en tous domaines. Forte d’un parc nucléaire unique, elle peut se prévaloir – privilège rare – de son indépendance énergétique. Avec lui, elle dispose d’un outil qui assure une production constante et pilotable. En réduisant sa puissance, elle prend le risque de pénuries l’hiver venu… Où se trouve donc l’intérêt national?

L’avenir, nous dit-on, réside dans le développement des énergies renouvelables. Peut-être, et nous déployons d’ailleurs de gros efforts pour nous équiper. Mais la route sera longue avant de produire et de stocker suffisamment d’électricité pour faire tourner le pays. À ce jour, personne n’a encore résolu l’équation fondamentale de l’intermittence de ces sources d’énergie, à l’origine de coupures parfois dramatiques, comme récemment au Texas ou en Californie, où l’on paie des factures d’électricité astronomiques. Est-ce vraiment cela le modèle que l’on souhaite proposer aux Français?“

Starautor Ken Follett – Meister der Feuersbrunst mit einem Herz für Kathedralen

Der britische Schriftsteller stiftet die Tantiemen aus seinem Buch „Notre-Dame“ für die Sanierung der französischen Kathedrale Saint-Samson.

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Ein Kleinod wird vom Zerfall bedroht

Dol-de-Bretagne ist eines jener typischen Städtchen im Nordwesten Frankreichs. Kleine, schmucke Fachwerkhäuser stehen eng an eng und bilden zum Entzücken des Betrachters schmale Gassen. Etwas abseits steht die Kathedrale Saint-Samson, auch dies ein Kleinod gotischer Architektur in der Bretagne. Allerdings befindet sich das Gotteshaus in einem jämmerlichen Zustand. Durch das beschädigte Dach rinnt der Regen, viele Mauerteile aus Granit bröckeln bedenklich und die prächtigen Fenster aus dem 13. Jahrhundert sind nicht gegen die Witterung geschützt.

Um die Kathedrale vor dem endgültigen Verfall zu retten, wurde 2019 ein Projekt zur Sanierung des Gebäudes ins Leben gerufen. 2,4 Millionen Euro sollen in den nächsten vier Jahren in die grundlegende Sanierung des Gebäudes investiert werden, das zum Stolz der Einwohner seit 1840 als historisches Monument klassifiziert ist.

Ein Geldsegen aus Großbritannien

Nun erreicht die Gemeinde ein unerwarteter Geldsegen. Der britische Bestsellerautor Ken Follett hatte angekündigt, die Tantiemen aus seinem Buch „Notre-Dame“ für die Restaurierung einer gotischen Kathedrale in Frankreich zu spenden. Die Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine gab nun bekannt, dass die 148.000 Euro aus dem Verkauf von über 110.000 Büchern nach Dol-de-Bretagne fließen werden.

In einer Mitteilung heißt es:

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«Ken Follett reverse l’intégralité de ses droits d’auteur à la Fondation du patrimoine. Ensemble, ils choisissent d’affecter ce don aux travaux de restauration et de sécurisation d’une autre cathédrale, celle de Dol-de-Bretagne, soutenue par la Fondation. Elle reversera prochainement une somme d’un montant de 148,000 euros à la commune.»

Fondation du Patrimoine

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Die Geschichte von Kingsbridge

In seinem kurzen Werk erzählt der 71-jährige Schriftsteller die Geschichte der berühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame und beschreibt seine eigenen Gefühle, als sie vor bald zwei Jahren in Flammen stand. Es ist nicht der erste Kirchenbrand, den Ken Follett zum Thema macht. In seinem Buch „Die Säulen der Erde“ erzählt er die Geschichte der Kathedrale von Kingsbridge, die durch ein Feuer zerstört worden ist und danach von Tausenden Männern und Frauen mit bloßen Händen wieder aufgebaut wurde. Die Tantiemen seines Notre-Dame-Buches waren eigentlich für die komplizierten und langwierigen Bauarbeiten an dem schwer beschädigten Gotteshause in Paris vorgesehen, doch schon nach wenigen Wochen war dort fast eine Milliarde Euro an Spenden zusammengekommen. Also stimmte Ken Follett zu, das Geld für die dringend notwendigen Arbeiten an der Kathedrale Saint-Samson zu verwenden.

Corona: Polizisten räumen volle Seine-Quais in Paris

Viele fragen sich, weshalb in Paris die Corona-Infektionszahlen weiter ansteigen. Einen Teil der Antwort kann jedes Wochenende an den Quais der Seine oder den Parks beobachtet werden. Dort drängen sich Zehntausende Menschen, von denen sich die meisten nicht an die Corona-Abstandsregeln halten.

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Die französischen Départeents, die wegen der hohen Corona-Zahlen unter besonderer Beobachtung stehen.

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Die Sonne lockt die Menschen an die Seine

Am Nachmittag wird es der Polizei in Paris zu bunt. Wieder flanierten die Menschen in Massen bei schönem Wetter am Wochenende an den Ufern der Seine. Da sich die meisten Leute nicht an die Corona-Abstandsregeln halten, müssen sie die Seine-Quais in der französischen Hauptstadt verlassen. Die Zugänge zum Ufer werden nach der Räumung blockiert, so dass niemand mehr vor der ab 18 Uhr geltenden Ausgangssperre dorthin kann.

Bereits an den vorangegangenen Wochenenden hatten sich zehntausende Menschen bei strahlender Sonne auf den Seine-Quais gedrängt. Daraufhin wurde am Freitag ein Alkoholverbot für die Uferpromenanden verhängt, um den Andrang an diesem Wochenende zu begrenzen. Auch am Canal Saint-Martin, auf dem Place du Tertre nahe der Basilika Sacré-Coeur und an vielen weiteren Orten der Stadt ist das Trinken verboten. Doch auch wenn sich die meisten Menschen an das Alkoholverbot hielten, zog es sie dennoch an die Ufer der Seine oder die Parks und sonnigen Plätze in der Stadt.

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Hohe Infektionszahlen in Paris

Die Menschen scheint es nicht mehr zu beeindrucken, dass die Siebe-Tage-Inzidenz im Stadtzentrum von Paris weiter stabil über 320 liegt. In den berüchtigten Banlieue der Millionenstadt ist die Lage weit trister. Dort werden inzwischen Werte von rund 440 gemeldet. Ein zentraler Grund für die verheerende Lage in den Vororten ist die Lebenssituation: in den riesigen Trabantenstädten wohnen in den Plattenbauten dicht gedrängt sehr viele Menschen, darunter zahlreiche kinderreiche Familien, in sehr kleinen Wohnungen. Die meisten Leute arbeiten auf dem Bau, in Pflegeberufen, Supermärkten, bei Security-Firmen oder schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben – alles Berufe, in denen das von der Regierung geforderte Homeoffice nicht möglich ist. Das heißt: viele dieser Menschen pendeln jeden Tag mit den Nahverkehrsmitteln in die Stadt, was der Ausbreitung des Virus natürlich sehr förderlich ist.

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Natürlich stehen auch in Seine-Saint-Dénis die weißen Schnelltest-Zelte vor den Apotheken, in denen Schnellstests durchgeführt werden können. Die werden aber nur wenig genutzt. Allerdings wäre es nach Aussagen von Epidemiologen auch kaum möglich, bei solch hohen Infektionswerten und diesen Lebensbedingungen einzelne Corona-Cluster auszumachen und dann gezielt zu isolieren.

Der Norden Frankreich von Corona besonders betroffen

In anderen Regionen von Frankreich sind wegen der steigenden Corona-Zahlen am Samstag weitere örtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten. Von den für das Wochenende geltenden Restriktionen betroffen sind nun auch rund 1,5 Millionen Bürger im nordfranzösischen Département Pas-de-Calais mit der Hafenstadt Calais. Sie dürfen ihre Häuser samstags und sonntags nur noch aus triftigem Grund verlassen, etwa zum Einkaufen oder Joggen. Auch sehr große Geschäfte müssen schließen. 

In der Region am Ärmelkanal breitet sich die zuerst in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.1.7 rapide aus. Nach Angaben der Behörden sind die Krankenhäuser in der Region bereits zu 90 Prozent ausgelastet. Im benachbarten Dünkirchen und in Teilen der Côte d’Azur gelten bereits Ausgangssperren an Wochenenden. Zudem gilt landesweit in ganz Frankreich eine nächtliche Sperrstunde ab 18.00 Uhr.

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Das Problem: die britische Virus-Mutation

Die französische Regierung will auf die starke Ausbreitung der Mutante B.1.1.7 mit einer Beschleunigung der Impfkampagne reagieren. Bis Mitte April sollen ihren Plänen zufolge mindestens zehn Millionen Franzosen ihre erste Corona-Impfung erhalten haben, bis zum Sommer soll es 30 Millionen Erstgeimpfte geben. Stand Samstag hatten in Frankreich weniger als 3,4 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfung erhalten.

Seit Beginn der Pandemie starben in Frankreich mindestens 88.300 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19.

Paris Fashion Week als Drive-In-Spektakel

Die Kreativen dieser Welt haben schon sehr viel probiert, um dieser leidigen Pandemie ein Schnippchen zu schlagen. Vor allem in der Modebranche wurde einiges auf die Beine gestellt, um die fehlenden Laufstege und das Live-Erlebnis vergessen zu machen. Das Modehaus Coperini hat sich bei der aktuellen Pariser Prêt-à-porter-Schau wieder etwas Spezielles einfallen lassen.

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Tweet von Vogue Runway zur aktuellen Paris Fashion Week und der Schau von Coperni

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Schöne Menschen und schnell Autos

Der Mensch fährt im Auto, um sich Hamburger zu holen. Geldabheben geht auch am Drive-In-Schalter – oder Briefe einwerfen. Eine Drive-In-Modenschau hat es bisher allerdings noch nie gegeben. Es war also eine Weltneuheit, als das Modehaus Coperni seine Models im Rahmen der laufenden Paris Fashion Week zwischen wartenden Autos defilieren ließ. Die handverlesenen Gäste fuhren dabei in gesponserten Luxus-Elektrowagen vor und schlürften, entzückt von den Modekreationen, in den Autos ihren Champagner.

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Sébastien Meyer, Mitgründer von Coperni, erklärte vor dem spektakulären Abend, wie das Modehaus auf die Idee gekommen war:

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„On travaille dans la contrainte et on s’efforce d’avoir de nouvelles idées tout en faisant très attention.“

Sébastien Meyer

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Mehr als der übliche Live-Stream im Internet

Wegen der Pandemie darf derzeit kein Publikum auf den Tribünen der Pariser Prêt-à-porter-Schau sitzen. Die meisten Modehäuser beschränken sich deshalb auf Übertragungen ihrer Défilés im Internet – doch die Macher von Coperni wollten etwas Besonderes bieten. Aufgrund der Einschränkungen beim Reisen und der Kontaktbeschränkungen war das Drive-In-Format der „beste Weg, um etwas [Kreatives] zu tun und gleichzeitig sicher zu sein“, sagte Copernie-Mitbegründer Arnaud Vaillant in einem Videointerview vor der Show.

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„Die Nacht, die uns fehlt“

Sébastien Meyer und Arnaud Vaillant ließen eine Flotte von 36 Autos mit 70 Gästen in die AccorHotels Arena mit 20.100 Sitzplätzen in Paris kutschieren. Mit den Scheinwerfern beleuchteten die Fahrer die Models, die in der Herbst-Winter-Kollektion 2021 der Marke zwischen ihnen hin- und hergingen.

Thema der Schau war „Die Nacht, die uns fehlt“. Meyer sagte dazu: „Seit einem Jahr leben wir in bequemen Kleidern oder Schlafanzügen und lassen uns gehen. Wir wollten wieder ein bisschen Glitzer und Freude.“ Einige der Kreationen strotzten vor Pailletten, dazu trugen die Models neongelbe Pumps. Auch transparente Minikleider und schulterfreie Mäntel aus Kunstpelz waren zu sehen.

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Arnaud Vaillant erklärte zu den Kreationen:

„Ce que j’adore dans cette collection c’est qu’on a une partie de la nuit qui est plus mystérieuse et plus sensuelle et une partie dédiée à la régénération, au confort. On a exploré toutes les facettes de la nuit qui nous intéressait.“

Arnaud Vaillant

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Die Show wurde auch exklusiv auf Instagram live gestreamt, wobei die neue Live Rooms-Funktion der App verwendet wurde, mit der die Designer gleichzeitig aus drei verschiedenen Perspektiven filmen konnten. Mit Smartphones wurden die Szenen auf dem Laufsteg und hinter der Bühne auf, während der Modekommentator Louis Pisano seine Kommentare zu der Show und den Kreationen aus einem Auto heraus sprach.

In Frankreich wird auch in Apotheken geimpft

Deutschland setzt auf Impfzentren im Kampf gegen Corona. In Frankreich wurde nun der Weg freigemacht, dass Apotheker, Krankenschwestern und Hebammen gegen das Virus impfen können.

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Frankreich will mehr und schneller impfen. Der Grund ist die schnelle Ausbreitung des Virus, vor allem der britischen Variante.

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Impfen in Apotheken – mit Einschränkungen

In Apotheken werden die Impfungen am Montag, dem 15. März, beginnen, kündigte Frankreichs Premierminister Jean Castex. Ausnahmen wird es nur in Fällen geben, bei denen Komplikationen geben könnte. Etwa bei Menschen, bei denen in der Vergangenheit eine allergische Reaktion aufgetreten ist oder die Probleme nach der ersten Corona-Impfung hatten. Diese sollten von einem Arzt behandelt werden. Bis zum 15. März können diejenigen, die dies wünschen, einen Termin auf der Ordoclic-Online-Plattform vereinbaren, die ab Montag freigeschaltet ist.

Allerdings gibt es auch in Frankreich eine Hierarchisierung. In Apotheken geimpft werden sollen vorerst Menschen im Alter zwischen 50 und 74 Jahren, die zu einer Risikogruppe zählen. Sie werden vor allem mit Astra-Zeneca geimpft.

Viel Impfstoff in Kühlschränken gelagert

Frankreich hat beim Impfen ein ähnliches Problem wie Deutschland: Von den fast 1,8 Millionen Dosen des Astra-Zeneca-Impfstoffs, die in den vergangenen Tagen geliefert wurden, waren bis zum 3. März weniger als 380.000 verwendet worden. Zwischen 300.000 und 400.000 sollen in Apotheken und sogar in Krankenhäusern im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Philippe Besset, Präsident der Apotheker-Gewerkschaft, erklärte, dass fast 20.000 Apotheken bereit sein mit einer durchschnittlichen Rate von „etwa 20 Injektionen pro Tag“ zu impfen. Die nationale Gesundheitsbehörde sagte, dass Apotheker auch Dosen von Moderna und Pfizer injizieren könnten. Das Problem: diese Impfstoffe mit mRNA-Technologie sind jedoch viel komplizierter zu lagern, da sie gefroren sein müssen.

Um mit dem Impfen schneller voranzukommen, forderte Ministerpräsident Jean Castex auf,  auch am Wochenende Impfungen durchzuführen – das war bisher nicht der Fall. Man befinde sich in einem Wettlauf mit dem Virus, sagt er und legt einen Zeitplan vor: Bis Mitte April sollen mindestens zehn Millionen Menschen geimpft sein, 20 Millionen bis Mitte Mai und bis zum Sommer 30 Millionen. In Frankreich leben 67 Millionen Menschen.

Frankreich verschärft den Lockdown und setzt auf mehr Impfungen

Während in Deutschland heftig über Corona-Lockerungen gestritten wird, werden in Frankreich die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie noch einmal verschärft. Premierminister Jean Castex erklärte, dass es nun auch im Département Pas-de-Calais am Ärmelkanal einen Wochenend-Lockdown geben wird. In Nizza am Mittelmeer und der nordfranzösischen Hafenstadt Dunkerque (Dünkirchen) gilt bereits ein derartiger Lockdown. Die dicht besiedelte Hauptstadtregion Paris und die Hafenstadt Marseille bleiben von solchen Einschränkungen bisher verschont.

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Drei weitere Départements stehen in Frankreich wegen hoher Corona-Zahlen unter Beobachtung

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Die britische Variante breitet sich rasant aus

In manchen Regionen scheint sich das Virus inzwischen wieder fast ungehindert auszubreiten. Nach Regierungsangaben 60 Prozent der neuen Positiv-Tests inzwischen auf die zuerst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Mutation zurückzuführen. Deswegen habe sich die Verbreitung des Virus in den vergangenen zwei Wochen beschleunigt, sagt Ministerpräsident Jean Castex. So wird etwa in der Hafenstadt Dunkerque ein Inzidenzwert von über 1000 gemessen. In der Region um Nizza werden fast 600 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen innerhalb von sieben Tagen gezählt.

Etwas überraschend für viele ist, dass die Region um die Hauptstadt Paris nicht unter besondere Beobachtung genommen wird. Im Stadtkern hat sich die Infektionsrate bei deutlich über 300 eingependelt. In dem berüchtigten Département 93 (Seine-Saint-Dénis) liegt der Index inzwischen bei über 400. Castex forderte die regionalen Behörden auf, Maßnahmen zu ergreifen, um größere Versammlungen zu verhindern. Am vergangenen Wochenende hatten viele Menschen die Sonne etwa an den Ufern der Seine genossen. „Die Bilder, die wir am vergangenen Wochenende wieder in einigen Großstädten, darunter Paris, gesehen haben, sind einfach nicht angemessen“, sagte Castex.

Entspannung im grenznahen Département Moselle

Wichtig für die Pendler in der deutsch-französischen Grenzregion zwischen Saar und Mosel ist die Entwicklung im Département Moselle. Dort scheint sich die Lage etwas zu beruhigen und die Inzidenz ist inzwischen auf deutlich unter 300 gesunken. Zudem wird dort seit einigen Tagen eine massive Test-Strategie gefahren. Grund dafür ist auch, dass die Region von deutscher Seite als Hochrisikogebiet eingestuft wurde und ein Grenzübertritt nun nur noch mit einem Test-Nachweis möglich ist.

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Paris will verstärkt impfen

Wie der Premierminister ebenfalls verkündete, soll nun in Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko verstärkt geimpft werden. Dabei setzt die Regierung weniger auf Impfzentren, sondern will über Hausärzte und Apotheken die Zahl der verimpften Dosen drastisch erhöhen. Castex fordert nun auch am Wochenende Impfungen. Man befinde sich in einem Wettlauf mit dem Virus, sagt er und legt einen Zeitplan vor: Bis Mitte April sollen mindestens zehn Millionen Menschen geimpft sein, 20 Millionen bis Mitte Mai und bis zum Sommer 30 Millionen.

Premier Castex hatte bereits vergangene Woche eine erhöhte Corona-Warnstufe für 20 Départements ausgerufen. In Frankreich gilt aktuell eine abendliche Ausgangssperre nach 18 Uhr. Ausnahmen gelten beispielsweise für den Arbeitsweg. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern starben schon mehr als 87 500 Menschen nach einer Infektion.

Sarkozy stolpert über einen „Freundschaftsdienst“

Ein Pariser Strafgericht hat den früheren französischen Präsidenten in einem Korruptionsprozess zu drei Jahren Haft verurteilt. Das ist ein schwerer Schlag für Sarkozy – und auch für die Konservativen in Frankreich.

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Carla Bruni steht zu ihrem nun verurteilten Mann.

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Fußfessel statt Gefängnis?

Die allergrößte Demütigung bleibt Nicolas Sarkozy erspart. Der ehemalige Präsident muss wohl nicht ins Gefängnis. Die Richterin Christine Mée betonte, dass die Strafe auch zuhause mit einer elektronischen Fußfessel abgeleistet werden könne. Das Urteil hat Sarkozy allerdings sichtlich erschüttert. Das Strafgericht in Paris hat den 66-Jährigen wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Davon werden zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Als wahrscheinlich gilt, dass die Verteidiger Berufung einlegen werden. Sie hatten für ihren Mandanten einen Freispruch gefordert.

Gebeugt und fast im Laufschritt verließ der Verurteilte den Gerichtssaal. In den Wochen zuvor hatte Sarkozy auf dem Weg zu den Verhandlungen noch demonstrativ zuversichtlich in die Kameras gewunken. Sarkozy hatte immer wieder deutlich gemacht, dass er überhaupt nicht verstanden hat, wie er für einen „kleinen Freundschaftsdienst“ vor Gericht landen konnte. Was der Ex-Präsidenten beharrlich als Lappalie darstellte, war in den Augen der Ermittler allerdings ein veritabler Versuch der Bestechung. In Frankreich wurde der Fall als „Abhör-Affäre“ bekannt. Denn um Sarkozy auf die Schliche zu kommen, ließ die Justiz Telefongespräche zwischen dem früheren Präsidenten und seinem Anwalt Thierry Herzog abhören. 

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Ein schöner Job im Fürstentum Monaco

Konkret ging es darum, dass Sarkozy dem Richter Gilbert Azibert Hilfe versprochen haben soll, um seinen Wunsch-Posten im Fürstentum Monaco zu bekommen; im Gegenzug soll der hohe Staatsbeamte geheime Informationen über Ermittlungen gegen Sarkozy beschafft und versucht haben, seine Kollegen zu beeinflussen. Im Kern habe dieses Verhalten die Unabhängigkeit der Justiz gefährdet, argumentierte die Anklage. Neben Sarkozy verurteilen die Richter deshalb auch dessen langjährigen Anwalt Thierry Herzog und den Juristen Gilbert Azibert zu Haftstrafen von jeweils drei Jahren, ebenfalls mit zwei Jahren auf Bewährung.

Der Prozess selbst galt in Frankreich als beispiellos. Es war das erste Mal in der 1958 gegründeten Fünften Republik, dass für einen früheren Präsidenten Haft gefordert wurde. Sarkozys Vorgänger Jacques Chirac wurde zwar 2011 wegen Veruntreuung und Vertrauensbruch in seiner Zeit als Pariser Bürgermeister zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt – die Anklage hatte damals aber auf Freispruch plädiert.

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Das Ende der Pläne von Sarkozy

Für Nicolas Sarkozy, der sich gerne im Rampenlicht sonnt, kommt diese Art von unrühmlicher Aufmerksamkeit allerdings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn viele seine konservativen Anhänger hoffen, dass der umtriebige Politiker in Zukunft wieder eine größere Rolle in der französischen Politik spielen könnte. Manche trauen ihm sogar eine überraschende Kandidatur bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr zu.

Im Hintergrund zieht Sarkozy schon seit vielen Monaten die Fäden. Und in der aktuellen Krisensituation setzt selbst der aktuelle Präsident Emmanuel Macron ganz offen auf den Ratschlag des kampferprobten Politikers. Das reicht offensichtlich bis zu zentralen Personalentscheidungen bei der Besetzung des Kabinetts. Weggefährten und Freunde des ehemaligen Präsidenten sitzen in der ersten Reihe der französischen Regierung. So war etwa der amtierende französischen Premierminister Jean Castex im Jahr 2010 zuerst Berater Sarkozys für Soziales, später fungierte er sogar als stellvertretender Generalsekretär des Präsidenten. Auch der nicht ganz unumstrittene Innenminister Gérald Darmanins ist ein politischer Zögling Nicolas Sarkozys. Der 37-Jährige gilt inzwischen als eine der Hoffnungen der Konservativen in Frankreich. Und der sehr unkonventionell auftretende neue Justizminister Éric Dupont-Moretti ist ein enger Freund von Thierry Herzog, dem vielbeschäftigen Anwalt von Nicolas Sarkozy. Éric Dupont-Moretti saß vor einigen Jahren als einer von ganz wenigen handverlesenen Gästen bei einem Konzert von Carla Bruni-Sarkozy, der Frau des ehemaligen Präsidenten. Die Sängerin postete gestern nach dem Urteil auf Instagram ein Foto von sich und ihrem Mann und schrieb dazu: „Die Schlacht geht weiter, die Wahrheit wird ans Licht kommen.“

Französische Youtuber landen einen Corona-Hit

Die beiden Jungs sind in Frankreich Youtube-Stars. In der Regel blödeln Mcfly und Carlito durch die Welt, doch nun haben sie mit einer eher ersten Sache einen Hit gelandet: ihr Musikvideo über die Corona-Regeln in Frankreich wurde in kürzester Zeit zehn Millionen Mal abgerufen. Nun wartet eine Belohnung auf sie.

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Ein Blick auf die Instagram-Seite von Mcfly und Carlito verrät, in welche Richtung ihre Kunst geht!

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Eine „Provokation“ des Präsidenten

Schuld hat eigentlich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er hat Mcfly und Carlito in einer kurzen Videobotschaft aufgefordert einen Clip über die Corona-Regeln zu machen und damit die Schallmauer von zehn Millionen Klicks zu schaffen.

Auf Instagram haben die beiden nun die frohe Botschaft verkündet: die zehn Millionen Aufrufe sind erreicht.

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Die Wettschulden den Präsidenten

Natürlich fordern sie nun von Emmanuel Macron, dass auch er sich an seinen Teil der Abmachung hält. Er hatte versprochen, dass das Duo im Élyséepalast drehen darf. Der Präsident ließ Mcfly und Carlito postwendend seine Glückwünsche ausrichten und lud sie in seinen Regierungssitz ein.

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Von Regeln und von Verstößen

In dem Musikvideo „Je me souviens“ (Ich erinnere mich) erzählen die beiden Youtuber von Regel-Verstößen und auch von sich einschleichender Corona-Müdigkeit. An den Präsidenten gerichtet singen sie aber: „Ich verspreche dir, Manu, ich pass auf, für meine Kinder und Frankreich.“ Auch Präsident Macron hat in dem Video einen Gastauftritt. Sein Kopf ist in den Himmel eingeblendet, während der Staatschef noch einmal erklärt, worauf es ankommt: Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen, lüften und Versammlungen vermeiden.

Blutige Kämpfe zwischen Banden werden in Frankreich zum Problem

In Paris sind bei Bandenschlägereien zwei Jugendlich getötet worden. Die Zahl der Auseinandersetzung zwischen den rivalisierenden Gruppen rapide an – und werden immer brutaler. Grund ist oft der Kampf um die Vorherrschaft im Drogenhandel.

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Frankreichs Innenminister Darmanin verspricht den Franzosen mehr Polizisten auf den Straßen. Sie sollen die Banden unter Kontrolle halten.

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Kämpfe mit größter Brutalität

Die Toten sind im Grunde noch Kinder. In Frankreich sind ein 13-Jähriger und ein 14-jähriges Mädchen bei zwei Schlägereien zwischen rivalisierenden Banden gestorben. Geschockt sind die Franzosen allerdings nicht nur wegen des Alters, sondern auch angesichts der Brutalität der Auseinandersetzungen, die mit Messern und Baseballschlägern ausgetragen wurden.

Die Prügeleien haben nach Angaben der Polizei unabhängig voneinander in zwei Vororten von Paris stattgefunden. Die zuständige Staatsanwältin Caroline Nisand erklärte am Mittwoch, im Fall des getöteten Mädchens seien in Saint-Chéron sechs Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren festgenommen worden. Einer der Verdächtigen habe die Tat gestanden. Die Justiz ermittele unter anderem wegen Mordes und schwerer Gewalt gegen Minderjährige sowie unterlassener Hilfeleistung. Zuletzt war Ende Januar in Paris ein 15-Jähriger ins Koma geprügelt worden. Die verstörenden Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten, wie mehrere Jugendliche mit allergrößter Brutalität auf einen leblos auf dem Boden liegenden Körper eintreten.

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Die Politik will hart durchgreifen

Aus diesem Grund fuhr im aktuellen Fall sogar der französische Innenminister Gérald Darmanin unverzüglich in das Département Essonne, dem Ort beider Schlägereien. In einem auf Twitter veröffentlichten Video versprach der als Law-and-Order-Mann bekannte Politiker ein hartes Durchgreifen und kündigte an, etwa hundert Polizisten und Gendarmen so lange wie notwendig zusätzlich in der Gegend zu stationieren. Darmanin sprach von einer „Explosion gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Banden oder Gruppen junger Menschen“, auf die reagiert werden müsse.

Die Zahlen geben dem Innenminister Recht. Die Polizei registriert für das Jahr 2020 in einem Bericht 357 Zusammenstöße rivalisierender Gruppen. Das ist eine Steigerung von rund 25 Prozent zum Vorjahr. Diese Zahl wird von den Verantwortlichen mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen, da 2020 gekennzeichnet war durch Corona-Ausgangssperren und einen monatelangen rigiden Lockdown, die Zahl dieser Delikte hätte also eigentlich sinken müssen.

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Die meisten Banden agieren in Paris

Die allermeisten dieser Bandenkriege wurden im Großraum Paris ausgetragen. Dort zählt die Polizei fast 50 miteinander konkurrierende Gangs, die ihr „Territorium“ gegen die Rivalen verteidigen. Das Durchschnittsalter der Bandenmitglieder liegt bei knapp 17 Jahren. „Wir sind seit Jahrzehnten mit diesem Phänomen konfrontiert“, erklärt ein Sprecher der Polizeigewerkschaft Allianz. „Neu aber ist, dass die Mitglieder immer jünger und auch brutaler werden.“

Bei den Auseinandersetzungen zwischen den Banden geht es nach Aussagen der Experten des französischen Innenministeriums inzwischen vor allem um den Drogenhandel und die Kontrolle von Umschlagplätzen. Gekämpft werde oft um bestimmte Straßenzüge oder auch U-Bahn-Ausgänge. Über soziale Kanäle wie Snapchat oder TikTok würden sich die rivalisierenden Banden zum Kampf verabreden.

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Tätersuche der Polizei im Internet

Das macht sich inzwischen aber auch die Polizei zunutze und versucht, solche gewalttätigen Auseinandersetzungen bereits im Vorfeld zu verhindern. Dazu durchkämmen speziell ausgebildete Beamten die sozialen Netzwerke auf der Suche nach solchen „Verabredungen“ und ordnen im Notfall auch präventive Einsatz der Sicherheitskräfte an. Aber auch vor Ort werde versucht, die neuralgischen Plätze zu entschärfen, etwa über die Beleuchtung und die Installation von Überwachungskameras. In diesem Zusammenhang beklagt der Sprecher der französischen Polizeigewerkschaft Allianz allerdings den Personalmangel bei den Sicherheitskräften, die „nicht überall sein können, wo sie gebraucht werden“. Einziger Trost der Beamten sei inzwischen, dass bei den brutalen Schlägereien zwischen den Banden bisher nur sehr selten Schusswaffen benutzt würden.