Und plötzlich ist der Sender ohne Geld

Die britische Bank NatWest hat ein Konto des russischen Medienunternehmens Russia Today (RT) in London geschlossen. Der von der Regierung in Moskau finanzierte Sender veröffentlichte einen entsprechenden Brief des Institutes, das zur Royal Bank of Scotland gehört.

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Die Konten von RT wurden eingefrohren

Zweifel an der Meinungsfreiheit

Eine Sprecherin des russischen Außenministerium kritisierte, Großbritannien habe offenbar sein Eintreten für die Meinungsfreiheit aufgegeben. RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan sagte, eine mögliche Erklärung sei, dass die Kontenschließung Teil eines britischen Sanktionspaketes gegen Russland sein könnte. Die EU und die USA diskutieren gerade darüber, ob wegen des russischen Vorgehens in Syrien Sanktionen verhängt werden sollten.

 

 

Die Bank NatWest teilte nicht mit, warum das Konto geschlossen wurde. Eine Sprecherin von Premierministerin Theresa May sagte, es handele sich um eine unternehmerische Entscheidung.

Russia Today veröffentlichte auf seiner Webseite einen Brief der Bank NatWest, der auf den 12. Oktober datiert ist. In einer späteren Version war das Datum unkenntlich gemacht. Darin kündigte die Bank an, alle RT-Konten innerhalb von drei Monaten zu schließen. Alle Guthaben würden in Form eines Schecks ausgezahlt, heißt es in dem Brief. Gründe für die Kündigung werden nicht genannt. Es heißt lediglich, die Bank sei nach „einer Überprüfung der Bankvereinbarungen“ mit RT zu dem Schluss gekommen, dass sie „diese Einrichtungen“ nicht weiter zur Verfügung stellen werde.

 

 

Dem Sender RT, der auch in Deutschland aktiv ist, ist mehrfach vorgeworfen worden, zur Propaganda-Maschine der russischen Regierung im Westen zu gehören. Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland sind seit Jahren angespannt.

Wladimir Putin – der Pferdeflüsterer

Wladimir Putin und die Tiere – das ist eine ganz besondere Geschichte. Der russische Präsident präsentiert sich gerne als Naturbursche in der Wildnis – dem dabei auch noch das Wohl der eigenen Heimat am Herzen liegt. Dieses Mal zeigt er sich mit Pferden in der Steppe, die er – Achtung: ganz große Symbolik – in die Freiheit führt.

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Putin auf dem Weg zu den Pferden 

Naturbursche Putin

Tiger, Bären, Kraniche und auch tote Hechte mussten schon als Statisten für die Putin’schen Inszenierungen herhalten. Dieses Mal sind es Pferde. Die Bilder entstanden, wenige Tage vor Putins 64. Geburtstag, dem Kreml zufolge in einem Wildpferde-Reservat nahe der Stadt Orenburg, da wo Kasachstan nicht weit ist.

Hier geht es zu der Bilderstrecke auf n-tv

Hier die etwas andere Berichterstattung zum selben Event in der Zeitung „Isvestia“

Auf einem offensichtlich PS-starken Quad braust Tarnanzug-Träger Putin über die Steppe. Ohne Helm, versteht sich. Will sagen: Er gibt die Richtung vor, bestimmt das Tempo, sagt wo’s langgeht. Die Dame auf dem Rücksitz muss sich festhalten, damit sie nicht herunter kippt.

Der Film zum Event

Ein Video, das vom Propagandakanal RT verbreitet wird, lässt die Naturverbundenheit des Präsidenten mehr als erahnen.
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Der Freund der Pferde

Auf einem anderen Foto gibt sich der Kremlchef dagegen eher als sanfter Tierfreund. Die Przewalski-Pferde, auch Mongolische Wildpferde genannt, waren in den 60er-Jahren bereits fast ausgestorben und leben heute in Russland unter Schutz. Eine Spezies, die sich gleichsam gegen den Rest der Welt stemmt. Das ist ganz nach Putins Geschmack.

Vor der am Horizont versinkenden Sonne füttert der Kremlchef die seltenen Pferde und man wird bekommt den Eindruck, der Präsident spreche zu den Tieren. Putin als Pferdeflüsterer – der Robert Redford von der Wolga. Das gefällt dem starken Mann im Kreml.

Die Netzgemeinde macht sich über die Inszenierungen Putins allerdings auch immer wieder lächerlich.

Hier noch der Link zu einer Geschichte über Putin als Coverboy auf dem Kalender für das Jahr 2016

Opfer der Propaganda

Tausende Russlanddeutscher haben protestiert. Das zeigt, dass der lange Arm der russischen Propaganda längst  bis Deutschland reicht. Das muss beunruhigen.

Ein Kommentar:

Der russische Propagandaapparat funktioniert. Die Auswirkungen haben längst auch Deutschland erreicht. Rund 10 000 Russlanddeutsche haben in mehreren Städten gegen die ihrer Meinung nach ausufernde Gewalt von Ausländern protestiert. Auslöser war die angebliche Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens in Berlin durch Asylbewerber. Zwar hat die Polizei erklärt, dass es keine Entführung und auch keine Vergewaltigung gegeben habe, aber die Fakten sind den „besorgten Bürgern“ egal. Sie glauben den Berichten der vom Kreml gesteuerten russischen TV-Kanäle, die das Gerücht als Tatsache verkaufen.

Die Aufrufe zum  aktuellen Protest in Deutschland über die  sozialen Netzwerke und die Demonstrationen liefen alle nach einem ähnlichen Muster ab, weshalb von einer konzertierten Aktion ausgegangen werden kann. Kremlkritiker vermuten Netzwerke der russischen Botschaft dahinter. Offensichtlich ist  das  Ziel der Organisatoren zu polarisieren und Unsicherheit in der  Gesellschaft zu säen. Beruhigend ist, dass es ihnen nur bei einem Bruchteil der rund sechs Millionen russischsprachigen Menschen in Deutschland gelungen ist. Beunruhigend ist, dass es in diesem Land offensichtlich eine Art Parallelgesellschaft gibt, die die Propaganda aus der Heimat der Wahrheit vor Ort vorzieht.

Wunderwaffe folgt auf Wunderwaffe

Moskau entwickelt schon wieder eine neue Wunderwaffe. Fast im Wochenrhythmus jubilieren die russischen Medien über neue technische Revolutionen in der russischen Rüstungsindustrie.

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„Einmalige Raketen-Waffe“

Nun hat sich in „Sputniknews“ Boris Obnossow zu Wort gemeldet. „Einmalige Raketen-Waffe in Russland entwickelt“, heißt es dort in einer reißerischen Überschrift. Der Geschäftsführer der Korporation „Taktische Raketenwaffen“ offenbarte die Entwicklung der „Raketenbombe“ mit dem Namen Grom 2.

„Im Grunde ist Grom 2 eine Gleitbombe, denn statt dem Triebwerk hat sie einen weiteren Gefechtskopf mit einem Gewicht von 130 Kilogramm bei einem Gesamtgewicht der Bombe von 250 Kilogramm“, sagte Obnossow nach Angaben von „Sputiniknews“.

Propaganda reinster Sorte

Damit nicht genug der Nachrichten, die im triumphierenden Propaganda-Ton vorgetragen werden. Wie Sputniknews schreibt, werde in Russland auch das Triebwerk für einen neuen Langstreckenbomber entwickelt. Der Einsatz des neuen Wunderwerks der Technik sei allerdings er 2023 möglich.

Die Truppen werden aber nicht so lange auf neues Gerät warten müssen. Die Produktion des Tu-160-Bombers soll wieder beginnen, und zwar nach einer grundlegenden Modernisierung. Nach Angaben des stellvertretenden Verteidigungsministers Juri Borissow soll der bewährte Bomber sein äußeres Erscheinungsbild zwar behalten, dabei aber eine neue „Füllung“ bekommen. Seine Effizienz soll dadurch um 150 Prozent steigen.

Amerika soll zittern

Diese Erfolge der russischen Rüstungsindustrie könne natürlich nicht ohne Reaktionen auf der Seite des potentiellen Gegners sein, ist Sergej Filipenkow, Dozent an der russischen Luftfahrt-Uni MAI, überzeugt. „Ich denke, die USA werden wieder besorgt sein, obwohl es sich um eine verhältnismäßige Reaktion der russischen Führung auf die zugespitzte internationale Lage handelt. Damit die Amerikaner wissen, dass wir auch Weltklasse-Langstreckenbomber als Abschreckungssysteme haben.“

Link zu den Texten in Sputniknews:

Der Link zur „Raketen-Waffe“

Der Text über das neue Triebwerk