Jähes Ende einer illegalen Rave-Party

Feiern bis die Polizei kommt. Dieses Motto haben rund 2500 junge Leute an Silvester wörtlich genommen. Sie tragen sich in einer stillgelegten Halle in der Nähe von Rennes zu einer mehrtätigen illegalen Party. Die Beamten setzten dem Treiben auf dem Höhepunkt der Ekstase allerdings ein jähes Ende.

.

.

Die Polizisten klingelten Punkt 5.30 Uhr. Es gab keine Intervention der Polizei“, unterstrich die Präfektur Ille-et-Vilaine auf einer Pressekonferenz. Die Polizisten hätten lediglich die Zugänge zu dem Gelände kontrolliert, da in der Nähe eines stillgelegten Flughafens liegt. Einige Raver hätten aber versucht, sich über eine Schnellstraße aus dem Staub zu machen – allerdings vergeblich. Andere hätten die Beamten mit Steinen beworfen, weil sie mit dem Ende der Party wohl nicht ganz einverstanden waren. Zuvor hatten die Polizisten die Musik abgestellt – ohne die Möglichkeit, sie wieder zum Laufen zu bringen, heißt es von der Präfektur.

.

.

Nachdem das Gelände abgeriegelt worden war, machten sich die Beamten daran, rund 1200 gebührenpflichtige Verwarnungen zu verteilen, wie Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin auf Twitter wissen ließ. Darunter fielen etwa Verstößen gegen die Covid-Regelungen, wegen Nichteinhaltung der Ausgangssperre, wegen Nichttragens einer Maske und wegen rechtswidriger Teilnahme an einer Kundgebung. Auch wurden mehrere hundert Geldstrafen wegen Drogenkonsums verteilt. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass die jungen Leute aus mehreren anderen französischen Départements und teils sogar aus dem Ausland angereist sind. Nachdem Ordnungskräfte bereits seit dem späten Donnerstagabend auf dem Partygelände in Lieuron im Einsatz gewesen waren, schrieb die nationale Gendarmerie am Samstagvormittag auf Twitter, dass die Party beendet sei.

.

«Les forces de sécurité intérieure, nombreuses cette nuit à ma demande et les contrôles intensifs mis en place, conduisent à l’arrêt de la rave party illégale à #Lieuron sans violence. Nous poursuivons les contrôles et la verbalisation de chaque participant dès son départ du site»

Innenminister Gérald Darmanin

.

.

Der Präfekt Emmanuel Berthier erklärte, dass die jungen Leuten verstehen müssten, dass sie sich und andere in große Gefahr gebracht hätten. Ihnen wurden nach der Razzia Corona-Tests angeboten.

.

«Ils ont mis leur vie en danger, leur santé, il faut qu’ils préservent celles de leur entourage. Il leur a été proposé des test antigéniques ce samedi matin, et nous leur avons signifié de s’isoler désormais pendant 7 jours, et de se faire tester pour faire la preuve de leur responsabilité retrouvée».

Präfekt Emmanuel Berthier

.

Wegen der Corona-Pandemie gelten in Frankreich enge Kontaktbeschränkungen. Laut einer Regierungsempfehlung sollten sich auch am Silvesterabend nicht mehr als sechs Erwachsene zuhause treffen. Eine nächtliche Ausgangssperre untersagt zudem das Verlassen des Hauses zwischen 20 Uhr und 6 Uhr ohne triftigen Grund.