Glückliches Ende einer traurigen Flucht

Das Foto ging um die Welt. Eine ungarische Kamerafrau tritt nach einem Mann mit einem Kind auf dem Arm. Nun nimmt die Geschichte eine überraschend positive Wendung. Der  syrische Flüchtling, dem die TV-Reporterin ein Bein gestellt hatte bekommt in Spanien einen Job.

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Man werde den Mann einstellen, teilte das Nationale Fußballtrainer-Ausbildungszentrum Cenafe mit. Der Syrer werde noch am Abend in Spanien eintreffen und in Getafe bei Madrid so schnell wie möglich die Arbeit aufnehmen, hieß es.

15.09.11-Kamerafrau In einem Video ist zu sehen, wie die Kamerafrau auf die Flüchtlinge eintritt.

Der Syrer war den Angaben zufolge in seiner Heimat Trainer des erfolgreichen Erstliga-Verein Fotuwa. Er war mit seinem sieben Jahre alten Sohn aus Syrien geflohen. Man habe den Mann mit Hilfe eines in Spanien lebenden Arabers in München kontaktiert, sagte Cenafe-Präsident Miguel Ángel Galán. Man wolle auch die Ehefrau und die zwei Söhne des Mannes in Spanien aufnehmen, sagte Galán der Sportzeitung „As“. „Ich werde für alles aufkommen, und die Gemeindeverwaltung (von Getafe) hat bereits Hilfe zugesichert.“ Hier der Link zum Artikel über den Mann

15.09.10-Ungarn-Kamerafrau Hier stürzt der Mann nach dem Tritt der Kamerafrau.

In München traf der Syrer seinen ältesten Sohn, einen seit Monaten in Deutschland lebenden 18-jährigen, nach langer Zeit wieder. In einem Interview der Zeitung „El Mundo“ (Mittwochausgabe) sagte der Flüchtling, sein jüngerer Sohn habe nach der Trittattacke, die beide zu Fall gebracht hatte, „zwei Stunden lang geheult“. Es sei ein „harter Tritt“ gewesen. Die Flucht mit Said sei sehr gefährlich gewesen, „wir hätten ohne weiteres sterben können“, sagte er.

Flüchtlinge wie im Zoo gefüttert

Der Ort Röszke ist inzwischen berühmt-berüchtigt. Dort hat eine ungarische Kamerafrau auf Flüchtlinge eingetreten. Die Bilder gingen um die Welt. Dort gibt es aber auch ein Flüchtlingslager – in dem offensichtlich verheerende Zustände herrschen.

15.09.12-roeszke Hier ein Standbild aus dem Video

Abgeschirmtes Lager

Das Lager ist abgeringelt von der Öffentlichkeit und Journalisten haben keinen Zutritt. Einige Beobachter aus Österreich wurden nun doch in das Auffanglager gelassen – und wieder machen schockierende Filme die Runde.Hier der Link zu dem Video aus dem Lager

Heimlich gefilmt

Michaela Ehrenhauser-Spritzendorfer, die Frau eines österreichischen Grünen-Politikers, filmte unbemerkt, wie die Essensausgabe in der Halle vonstatten geht. Ungarische Beamte mit Mundschutz holen kleine Päckchen aus einem Sack und werfen diese wahlweise in die Luft oder händigen sie den sich drängenden Flüchtlingen aus. Bei der Essensverteilung ist keinerlei Systematik zu erkennen. Während sich Frauen und Kinder an den Rand des Geschehens zurückgezogen haben, drängen sich Männer in einem großen Pulk und versuchen, als erste an die hochgeworfenen Päckchen zu gelangen. Im Hintergrund ist Kindergeschrei zu hören.

Frauen und Kinder abgedrängt

Der BBC berichtete Ehrenhauser-Spritzendorfer: „Die Polizisten haben Sandwiches in Plastiktüten in die Menge geworfen. Wer in der Lage war, ein solches Paket zu fangen, der hatte Glück. Einige brachten die Sandwiches den Frauen und Kindern, die am Rand warteten. Andere aßen sie direkt auf. Wieder andere versuchten, auf den Zaun zu klettern, um eher in der Lage zu sein, etwas zu fangen.“

Keine herzlose Rassistin?

Eine ungarische Kamerafrau hat an der Grenze auf Flüchtlinge eingetreten. In einem Brief erklärt sie ihr Verhalten. Doch genügt das?

15.09.11-Kamerafrau Hier der Ausriss aus dem Artikel und dem Brief in „Magyar Nemzet“

Der Versucht der Erklärung

Nach der Tat kommt die Einsicht – oder das, was man dafür halten könnte. Tatsache ist: die ungarische Kamerafrau, die beim Filmen von Flüchtlingen im Süden Ungarns gegen Kinder getreten hatte, hat den Vorfall nun öffentlich erklärt. Sie sei „keine herzlose, Kinder tretende Rassistin“, schreibt die 40-Jährige am Freitag an die konservative Tageszeitung „Magyar Nemzet“. Was fehlt sind allerdings einige Worte der Entschuldigung. Hier der Link zu dem Text in MNO

In dem Schreiben heißt es weiter. Als beim Grenzort Röszke die stundenlang wartenden Flüchtlinge ungeduldig wurden und den Polizeikordon durchbrachen, „bekam ich Angst, wie sie da so auf mich zuströmten“, schrieb sie. „Ich geriet in Panik, … als ob ich nicht ich selbst gewesen wäre.“ Hier ein Link zu den Videoaufnahmen

Weltweite Empörung

Der Vorfall am vergangenen Dienstag hatte weltweit für Empörung gesorgt. Von anderen Journalisten gedrehte Videos zeigten, wie die Kamerafrau einem Flüchtling mit einem Kind im Arm ein Bein stellte, worauf dieser samt Kind zu Boden fiel. Weiter war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat. Die 40-Jährige war zu dem Zeitpunkt für das Internet-Fernsehen N1TV tätig, das zur Mediengruppe der rechtsextremen Jobbik-Partei gehört. Der Sender entließ sie, nachdem der Vorfall bekanntgeworden war.

Die ungarische Polizei verhörte die Kamerafrau. Sie werde wegen der Geschehnisse bei Röszke der Störung der öffentlichen Ordnung verdächtigt, teilte die Polizei auf ihrer Webseite mit.

Ungarische Kamerafrau tritt Flüchtlinge

Nun ist sie ihren Job los. Weil sie Flüchtlinge getreten hat, ist eine ungarische Kamerafrau entlassen worden. Hier ein Link zu den Aufnahmen

15.09.10-Ungarn-Kamerafrau Über Twitter verbreiteten sich die Aufnahmen von der prügelnden Kamerafrau.

Ein Bein gestellt

Von der Kamerafrau  waren Aufnahmen aufgetaucht, wie sie einem Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm ein Bein stellt. Bei einem anderen Vorfall gibt sie einem Flüchtlingskind einen Tritt. Die Bilder wurden von dem Internet-Fernsehsender N1TV verbreitet, der der rechtsextremen ungarischen Partei Jobbik nahe steht.

N1TV-Chefredakteur Szabolcs Kisberk schrieb am Dienstag auf der Facebook-Seite des Senders: „Eine N1TV-Kollegen hat sich heute an einem Sammelpunkt (für Flüchtlinge) in Röszke inakzeptabel verhalten.“ Der Arbeitsvertrag mit der Kamerafrau sei daher mit sofortiger Wirkung beendet worden. Der Sender betrachte die Angelegenheit damit als „abgeschlossen“.

Absperrung durchbrochen

Die Aufnahmen waren entstanden, als am Dienstag hunderte wartende Flüchtlinge eine Polizeiabsperrung durchbrachen. Seit Jahresbeginn sind schon mehr als 165.000 Flüchtlinge nach Ungarn gekommen. Die meisten von ihnen wollen nach Deutschland oder Österreich weiter. Nach ihrer Ankunft in Ungarn müssen die Flüchtlinge aber zunächst stundenlang auf ihre Registrierung warten. Die Lage am Grenzübergang in Röszke an der Grenze zu Serbien ist seit Tagen angespannt.

Neue Unruhen

Auch am Mittwoch ist es an dem Übergange zu Unruhen gekommen. Mehrere hundert Flüchtlinge haben sich der Polizei widersetzt, die sie zu einer Sammelstelle bringen sollte. Eine Gruppe von 400 bis 500 Menschen, die bei Röszke durch einen Polizeikordon zu der Sammelstelle geleitet werden sollte, durchbrach die Polizeilinie, um zu einer nahen Autobahn zu gelangen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch berichtete.