Schweiz stimmt über Burka-Verbot ab

Die Volksinitiative „Ja zum Verhüllungsverbot“ in der Schweiz hat die für eine Abstimmung über ein nationales Burkaverbot erforderlichen Unterschriften beisammen.
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100.000 Unterschriften gesammelt

Wie Schweizer Medien berichten, gelang es den Initiatoren, dem sogenannten Egerkinger Komitee, rechtzeitig vor Fristende am Freitag 100.000 beglaubigte Unterschriften zu sammeln. Ein 76 Jahre alter Pensionär habe es geschafft, in einem „massiven Schlussspurt“ 9.700 Unterschriften im Alleingang beizusteuern.

Abstimmung im Jahr 2019

Die Initiative rechnet nun den Angaben zufolge mit einer Volksabstimmung im Jahr 2019. „Ich bin optimistisch, dass das Volk ein Zeichen gegen den extremen Islam und politische Chaoten setzen wird – in unserer freien Gesellschaft zeigt man sein Gesicht!“, wird der Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann zitiert.
Die SVP ist offensichtlich zufrieden:
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Das Egerkinger Komitee, dem mehrheitlich Mitglieder der nationalkonservativen Schweizer Volkspartei (SVP) angehören, war bereits mit der Anti-Minarett-Initiative erfolgreich, die Ende 2009 von den Schweizer Bürgern angenommen wurde.

Der Halbmond leuchtet in den Schweizer Alpen

Auf dem Gipfel des Berges Freiheit in den Schweizer Alpen thront weithin sichtbar ein Halbmond. Der sorgt für einige Aufregung.

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„All diese absurden Gipfelkreuze“

Nein es ist kein Anlauf zur Islamisierung des Schweizer Alpenlandes. Es ist auch kein feindlicher Akt fanatischer Muslime.  Es die provozierende Kunstaktion eines bekennenden Atheisten! „Ich wollte schon lange etwas Solches machen – etwas Polarisierendes, Trotziges”, erzählt Christian Meier dem Radiosender „FM1Today“. Der Künstler stammt aus Appenzell, lebt aber in Peking, ist seiner alten Heimat offensichtlich aber noch immer sehr verbunden. „Immer wenn ich zurück komme, gehe ich wandern und sehe alle diese absurden Gipfelkreuze – da musste ich halt etwas machen.”

In diesem Fall war der Gedanke die Vorform zur Tat. Christian Meier mobilisierte also eine Handvoll Freunde und einen Hubschrauber. Ihr Ziel: der nur schwer zugängliche Gipfel auf dem Berg mit dem bezeichnenden Namen „Freiheit“ im ostschweizer Kanton Appenzell Innerrhoden. In einer Nacht- und Nebelaktion montierten sie einen fast drei Meter großen Halbmond auf dem 2140 Meter hohen Fels. Und damit das Kunstobjekt auch nachts ins rechte Licht gerückt ist, wird es von Scheinwerfern angestrahlt. „Auf der Freiheit thront jetzt ein Halbmond“, triumphiert Meier.

 

Eine wissenschaftliche Messanlage?

Nicht alle erkennen allerdings den tieferen Sinn hinter der Aktion. Ein Bergwanderer schreibt auf einer Internet-Plattform etwas irritiert: „Neben dem Halbmond waren mehrere Solarpannele installiert.“ Der Mann hielt die ungewöhnliche Konstruktion schlicht für eine wissenschaftliche Messanlage.

In den Dörfern am Fuße der Freiheit stößt die Aktion allerdings auf sehr wenig Verständnis. Es sei eine bodenlose Frechheit, dass da jemand so etwas aufstellt, ohne sie zu informieren, empören sich die Bewohner. Der Betreiber eines Berggasthofes hält das alles für „eine bodenlose Sauerei“.

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Die Polizei ist eingeschaltet

Inzwischen hat sich auch die Kantonspolizei in den Fall eingeschaltet. Sie befürchtet, dass der weiße Halbmond in dem schwer zugänglichen Gebiet als Notfallsignal missverstanden werden könnte. Aus diesem Grund sei bereits die Rettungsflugwacht informiert worden, dass an der Stelle nachts ein Licht sichtbar sein könne – also niemand in Bergnot geraten sei. Zudem befürchten sie, dass sich ungeübte Wanderer auf den Weg machen könnten, um die Installation aus der Nähe anzusehen. Der Aufstieg sei aber nur für geübte Kletterer geeignet.

Viel Zeit, den Halbmond zu bestaunen, gibt es sowieso nicht. Wie der Radiosender weiter berichtet, wird der Künstler nach den Angaben des Kantonsvorsitzenden von Innerrhoden, Roland Inauen, zwar kein Bußgeld bezahlen müssen. Aber er sagt weiter: „Wir haben bereits das Gespräch mit dem Künstler gesucht.“ Meier habe zugesichert, die Installation innerhalb einer Woche wieder zu entfernen.

Hier geht es zur Berichterstattung und einer Bildergalerie der Aktion

Hier geht es zu dem Wanderer-Blog mit einigen Kommentaren zur Aktion

 

 

 

Populisten auf Stimmenfang in Europa

Populismus ist im Kommen. Überall in Europa machen Parteien mobil den Zuzug von Migranten, warnen vor Überfremdung und Überforderung: Sie versuchen aus der Flüchtlingskrise Kapital zu schlagen – längst nicht nur vom rechten Rand.

Bei den Wahlen in der Schweiz hat die SVP mit rechtspopulistischen Slogans Stimmen gewonnen. Und auch im Nachbarland Österreich erstarkte bei den Landtagswahlen die rechte FPÖ, die in der Flüchtlingskrise mit ausländerkritischen Parolen auf Stimmenfang ging. Auch anderswo in Europa wollen Parteien die Flüchtlingskrise für sich nutzen. Eine Übersicht:

15.10.21-flagge-schweiz In der SCHWEIZ nutzte die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) die Flüchtlingskrise für ihren Wahlkampf – und sie haben damit gepunktet. Nach ihrem Triumph bei den eidgenössischen Parlamentswahlen verlangt die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) eine stärkere Beteiligung an der Regierungsmacht. Die großen Flüchtlingsströme gehen derzeit zwar an der Schweiz vorbei. Die Regierung geht für 2015 von rund 30 000 Asylsuchenden aus. Aber die Schweiz gehört gemessen an der Bevölkerungszahl mit Deutschland und Schweden zu jenen Ländern Europas, die bislang die meisten Flüchtlinge aufgenommen haben. Zudem ist der Ausländeranteil an der Bevölkerung mit 25 Prozent bereits vergleichsweise hoch.

15.10.21-flagge-polen In POLEN, wo am 25. Oktober Parlamentswahlen sind, ist die Aufnahme von Flüchtlingen ein großes Wahlkampfthema. Die nationalkonservative Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), die Umfragen zufolge stärkste Kraft werden könnte, warnt vor Integrationsproblemen. Sie sagt, das Land sei nicht ausreichend auf die Aufnahmen von Menschen aus anderen Kulturkreisen vorbereitet. Die Sorge vor Wählerverlusten dürfte auch bei der zögerlichen Haltung der liberalkonservativen Warschauer Regierung eine Rolle gespielt haben. Regierungschefin Ewa Kopacz, die auch Vorsitzende der Bürgerplattform (PO) ist, sprach sich gegen verbindliche Aufnahmequoten aus und betonte, reine Wirtschaftsmigranten dürften nicht nach Polen kommen. Dort sind bisher weniger als ein Prozent der Einwohner Ausländer – und bisher stammen die meisten von ihnen aus EU-Staaten.

15.10.21-flagge-frankreich Die rechtsextreme Front National (FN) in FRANKREICH unter ihrer Chefin Marine Le Pen versucht seit Wochen, das Thema für sich zu nutzen. „Raus aus Schengen“ und „Schließung der Grenzen“ sind als alte FN-Forderungen nun noch häufiger zu hören, mit harten Worten greift Le Pen die deutsche Flüchtlingspolitik an. Bei den Regionalwahlen im Dezember rechnet die Partei sich Chancen aus, in mindestens zwei Regionen erstmals das Ruder zu übernehmen. In nationalen Umfragen konnte die FN noch keinen deutlichen Schub aus dem Thema gewinnen, allerdings liegt sie ohnehin meist etwa gleichauf mit der konservativen Opposition und vor den regierenden Sozialisten.

15.10.21-flagge-italien In ITALIEN hat die rechtspopulistische Lega Nord zwar zuletzt leicht an Zustimmung verloren, ist aber grundsätzlich im Aufwind. Den Umfragen zufolge kommt die Partei um den polarisierenden Chef Matteo Salvini landesweit auf etwa 13,5 Prozent der Stimmen. Sie wäre drittstärkste Kraft hinter der Demokratischen Partei (PD) von Regierungschef Matteo Renzi und der Protestbewegung „5 Sterne“. Die ebenfalls konservative Forza Italia (FI) von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sie längst überholt. Die fremdenfeindliche Partei hetzt gegen Flüchtlinge und will die Boote am liebsten schon auf dem Mittelmeer abwimmeln – diesen Kurs unterstützen in der Krise immer mehr Italiener.

15.10.21-flagge-niederlande In den NIEDERLANDEN ist die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders durch die Flüchtlingsdebatte stark im Aufwind. Nach den neuesten Umfragen kommt seine „Partei für die Freiheit“ derzeit auf mehr als 30 Prozent der Stimmen – und wäre damit stärkste Kraft im Parlament. Bei der Wahl 2012 kam Wilders auf 10,1 Prozent. Die nächsten Wahlen sind allerdings erst für März 2017 geplant. Wilders macht mit einer scharfen Kampagne gegen die Aufnahme von Flüchtlingen von sich reden. Er rief Bürger zum Widerstand gegen Notunterkünfte auf und fordert die Schließung der Grenzen.

15.10.21-flagge-ungarn In UNGARN hat die regierende nationalkonservative Partei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orban von ihrer strengen Flüchtlingspolitik profitiert. In den Umfragen vergrößerte Fidesz den Abstand zu ihrem stärksten Rivalen, der rechtsradikalen Oppositionspartei Jobbik, um fünf Prozentpunkte. Da Jobbik nur zwei Prozentpunkte einbüßte, dürfte Fidesz laut Analysen auch aus dem Kreis der Unentschlossenen Anhänger hinzugewonnen haben. Jobbik ist nach Fidesz Ungarns zweitstärkste Partei. Die links-liberalen Parteien rangieren weit hinten – als stärkste von ihnen stand die sozialistische MSZP zuletzt bei 16 Prozent.

15.10.21-flagge-tschechien Alle großen Parlamentsparteien TSCHECHIENS von links bis rechts sind gegen die Aufnahme einer größeren Zahl von Flüchtlingen. Die Regierung in Prag schickte Hunderte Polizisten an die Grenze zu Österreich und kämpft gegen dauerhafte EU-Flüchtlingsquoten. Am rechten Rand verbündete sich die Splitterpartei „Morgenröte“ mit der Bewegung „Block gegen den Islam“. Auch Europaskeptiker um den früheren Präsidenten Vaclav Klaus versuchen, mit dem Thema zu punkten. In einem Jahr finden in Tschechien Kommunal- und Teilwahlen zum Senat statt.

15.10.21-flagge-griechenland In GRIECHENLAND wurde die rechtsextremistische Partei Goldene Morgenröte bei den jüngsten Parlamentswahlen am 20. September drittstärkste Kraft. Mit knapp sieben Prozent der Stimmen stellt sie 18 Abgeordnete im Parlament mit 300 Sitzen. Die Partei profitiert von der schlimmen Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit. Die Goldene Morgenröte setzt auch auf die Ängste der Menschen vor den steigenden Flüchtlingszahlen. Gegen die gesamte Parteiführung und dutzende Mitglieder läuft seit Monaten ein Prozess wegen Bildung einer kriminellen Organisation.

15.10.21-flagge-spanien In SPANIEN spielen rechte und ausländerfeindliche Parteien bei Wahlen keine Rolle. Das ist schon seit Jahrzehnten so, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Flüchtlingsdrama ist für die spanischen Wähler kein wichtiges Thema, denn Spanien ist vom Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien oder vom Balkan kaum betroffen.

15.10.21-flagge-österreich In ÖSTERREICH schwimmt die rechte FPÖ seit mindestens zwei Jahren auf einer Erfolgswelle. Schon vor der aktuellen Debatte um die Flüchtlinge sammelte die Partei von Heinz-Christian Strache Protestwähler ein. Anlass ist die große Unzufriedenheit der Bürger mit dem Stillstand im Land, den ausbleibenden Reformen, der stetig wachsenden Arbeitslosigkeit. Die rot-schwarze Bundesregierung, die eher einer Zwangsehe als einem Wunschpaar ähnelt, bekommt ganz schlechte Noten. Die Flüchtlingsfrage hat die Tendenzen erheblich verstärkt. SPÖ und ÖVP verlieren massiv, die ausländerkritische FPÖ eilt von Erfolg zu Erfolg wie jetzt bei der Landtagswahl in Wien. Landesweite Umfragen sehen die FPÖ aktuell bei 33 Prozent.

Genf, Stadt des teueren Club-Sandwiches

Das Club-Sandwich mit Hähnchen, Ei und Bacon ist eine feine Sache. Es geht schnell, schmeckt gut und ist genau das Richtige für den kleinen Hunger zwischendurch. Doch wer denkt dass der schnelle Snack auch immer preiswert ist, der irrt.

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27,90 Euro für eine belegte Brotecke

Vor allem in Hotels sind die kleinen, belegten Brotdreiecke sehr beliebt und sind inzwischen zu den Klassikern unter den Hotelsnacks avanciert. In der Schweiz lassen sich die Gastronomen das Club-Sandwich allerdings in Gold aufwiegen. Für ein Club Sandwich müssen Hotelgäste durchschnittlich 27,90 Euro auf den Tisch legen. Damit verteidigt Genf auch in diesem Jahr die Position als teuerste Stadt für Gaumenfreunde. Am günstigsten können Reisende ein Sandwich in Mexiko-Stadt erstehen. Mit 8,91 Euro liegt dieses dreimal unter dem Niveau des Spitzenreiters und übernimmt die Rote Laterne von Neu-Delhi.

Zu diesem Ergebnis kommt der neue Club Sandwich Index (CSI) des weltweit meistbesuchten Hotelbuchungsportals Hotels.com. Dieser analysiert jährlich die Preise für Club Sandwiches in Hotels weltweit und gibt Hinweis auf die Lebensunterhaltungskosten je nach Reiseland.

Spitzenreiter Genf

Nach Spitzenreiter Genf reiht sich Paris wie 2014 wieder auf Platz zwei (22,75 Euro), gefolgt von Stockholm (20,84 Euro). In vielen europäischen Städten hingegen können sich Reisende über sinkende Preise für den beliebten Hotelsnack freuen: In Rom fiel der durchschnittliche Preis gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent auf 13,26 Euro, in Madrid um 20 Prozent auf 11,66 Euro. Berlin reiht sich mit 13,71 Euro im Mittelfeld ein.

Eine kleine Geschichte des Sandwiches:

Wahrscheinlich wurde das Sandwich nach John Montagu, Vierter Earl of Sandwich, einem britischen Staatsmann und angeblich leidenschaftlichen Kartenspieler benannt, der der Legende nach 1762 während eines stundenlangen Cribbage-Spiels keine Zeit zum Essen fand. Montagu habe sich daraufhin das Essen in zwei Brotscheiben legen lassen, worauf ein Mitspieler ebenfalls ein „Brot wie Sandwich“ verlangt habe. 1765 wies ein Biograf Montagus diese Darstellung zurück und erklärte, es sei sehr viel wahrscheinlicher, dass er das Sandwich erfunden habe, um seine Arbeit am Schreibtisch nicht unterbrechen zu müssen. Das ursprüngliche Sandwich bestand einfach aus einer Scheibe gesalzenen Rindfleischs zwischen zwei Scheiben Toastbrot