Kreml: Trump-Tweets sind offizielle Statements

Muss uns das beunruhigen? Der Kreml hat erklärt, dass man im Machtzentrum Russlands die Tweets von US-Präsident Donald Trump als offizielle Statements betrachtet.

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Putin lässt sich informieren

Dmitry Peskow, der Sprecher von Wladimir Putin, erklärte laut der Nachrichtenagentur TASS, dass sein Chef regelmäßig über die Kommentare in Trumps Twitter-Account informiert werde – neben den Statements, die von anderen Staatsmännern zur Weltlage gemacht werden.

Peskow ging aber nicht so weit, die Tweets von Trump in irgendeiner Weise zu bewerten. Dabei hätte Putin nichts zu klagen. Währned Kim Jong-un vom US-Präsidenten in schöner Regelmäßigkeit als „Raketenmann“ beleidigt wird, schreibt Trump über seinen russischen Kollegen im Grunde eher nette Dinge. Offensichtlich hegt er sogar so etwas wie freundschaftliche Gefühle.

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Peskow bestätigte, dass Putin selbst keinen Twitter-Account habe. Er wolle auch nicht, dass seine PR-Abteilung in seinem Namen Tweets absetze. Das ist für den Kontrollfreak Putin natürlich keine Option.

Chatdienst Telegram im Visier des Kremls

Der Chatdienst Telegram ist gerade in Russland ein beliebter Weg, Nachrichten auszutauschen. Das hat natürlich auch der Kreml erkannt und will Zugriff auf die Daten des Dienstes. Der Vorwurf: Telegram wird angeblich von Terroristen genutzt. Das Problem: der russische Telegram-Gründer Pawel Durow weigert sich aber, den Sicherheitskräften Zugriff auf die Verschlüsselung einzuräumen. Weltweit hat der Instant-Messaging-Dienst etwa 100 Millionen Nutzer.

17.06.27-durwov

Klare Ansage des FSB

Für den den russischen Inlandsgeheimdienst FSB ist die Sache klar: die Ermittlungen zum Bombenanschlag in St. Petersburg mit 16 Toten Anfang April hätten ergeben, dass sich der Selbstmordattentäter, seine Komplizen wie die Drahtzieher im Ausland über Telegram ausgetauscht hätten.

„Die Mitglieder internationaler terroristischer Organisationen auf dem Gebiet der Russischen Föderation nutzen am häufigsten den Messenger Telegram“, heißt es in einer Mitteilung des FSB. Der Leiter der russischen Ausichtsbehörde Roskomnadsor, Andrej Scharow, drohte Durow schon seit Tagen, dass Telegram binnen weniger Tage blockiert werde, wenn er nicht einlenke.

Nachhilfeunterricht von Durow

Doch Durow riskiert die Konfrontation. Sein Argument: „Wenn man den Terrorismus mit Sperrungen besiegen will, muss man das gesamte Internet sperren.“ Das schreibt er im russischen sozialen Netzwerk VKontakte. Heutzutage liege die Verschlüsselung nicht mehr bei den Betreibern der Chatdienste, sondern bei den einzelnen Nutzern. Durow hat Erfahrung mit der Macht des Kremls. Die Brüder Pawel und Nikolai Durow hatten 2006 auch das populäre VKontakte gegründet, das 2014 unter Kontrolle des kremlfreundlichen Oligarchen Alischer Usmanow kam.

Hier noch ein Text von ostexperten.de zu einem ähnlichen Thema:

Mit zunehmender Härte versucht die russische Regierung, gegen die anonyme Nutzung des Internets vorzugehen. Doch die Behörden führen einen Kampf, der wohl nicht zu gewinnen ist.

 

Anschlag in München – Twitter gewinnt das Info-Rennen

Die sozialen Medien sind unschlagbar wenn es darum geht, schnell über ein Ereignis zu berichten. Selbst Online-Medien wirken in diesem Wettlauf wie alte Medien. Die öffentlich-rechtlichen Sender entfalten erst spät ihre Qualitäten. 

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Dieser Facebook-Account war das Ziel des Hasses der Internet-Meute.

Information in Echtzeit

Twitter hat wieder einmal seine Stärken gezeigt. Es hat in Echtzeit über die blutige Schießerei in München informiert. Kurz vor 18 Uhr laufen die ersten Meldungen über den Kurznachrichtendienst. Zuerst sind es nur Informationsfetzen, wilde Vermutungen, doch nach und nach setzen sie sich wie ein Mosaik zu einem Gesamtbild zusammen. Auch in München hat sich gezeigt, dass die Sozialen Medien kaum zu schlagen sind, wenn es darum geht, Informationen schnell zu verbreiten. Gegen die Live-Berichterstattung von Augenzeugen in 140 Zeichen mit Fotos und Videos wirkten selbst Online-Medien, die größtenteils auf die Zulieferung von Agenturmaterial angewiesen waren, am Ende wie alte Medien.

Plötzliche Berühmtheit durch Periscope

Das haben  auch die Nachrichtensender realisiert. War nach dem Anschlag in Nizza oder dem Putsch in der Türkei ein erstaunliches News-Vakuum zu bemerken, haben die Redakteure bei den TV-Kanälen inzwischen  eine traurige Routine entwickelt, Nachrichten so schnell wie möglich zu senden.  Zu einer gewissen Berühmtheit gelangte ein junger Mann, der live über den Video-Dienst Periscope von dem Anschlag in dem Münchner Einkaufszentrum berichtete. Er stand zufällig in unmittelbarer Entfernung, direkt in der Masse der verstörten Menschen und filmte drauflos. Erst als allmählich die Nachrichtensender seinen Livestream direkt für ihre Berichterstattung übernahmen, schien dem jungen Mann klar zu werden, welche Wucht seine Bilder hatten. Nicht immer jedoch ist die Schnelligkeit in 140 Zeichen auch der Weisheit letzter Schluss: viele Tweets, die unter den Hashtags #Muenchen und #OEZ abgesetzt wurden, führten teilweise in die Irre – wie etwa beim Gerücht, dass es eine Schießerei am Stachus gegeben habe.

Stärke und Schwäche der ARD

Die öffentlich-rechtlichen Sender verzichteten  darauf, sich direkt aus dem Material der sozialen Medien zu bedienen – und sahen damit sehr alt aus. Während die Privatsender schon die Bilder des um sich schießenden Mannes übertrugen, mussten sich die Zuschauer von ARD und ZDF mit Hinweisen der Sprecher begnügen, dass es noch keine gesicherten Fakten gebe. Im Laufe der Berichterstattung zeigte sich dann  die Stärke der öffentlich-rechtlichen Medien. In den ersten Stunden des Anschlags ging es darum, schnell einen Eindruck von der Situation zu vermitteln – dieses Rennen haben ARD und ZDF verloren. Dann aber wurden die solide Recherche und der Sachverstand bei der Berichterstattung immer wichtiger. Ausgewogene Einschätzungen waren gefragt, Hintergründe und Erläuterungen – nicht mehr der Informationsschnellschuss. Hier liegen die öffentlich-rechtlichen Sender vorn.

Die Polizei nutzt Twitter

In München zeigte sich, dass  auch die Polizei die  Vorteile der sozialen Medien zu nutzen weiß. Immer wieder twitterte die Polizei, warnte die Menschen, zuhause zu bleiben, keine Fremden im Auto mitzunehmen und offene Plätze zu meiden. Auch Nachrichten, die sich als Falschmeldungen herausstellten – wie die gemeldete Schießerei am Stachus – konnten auf diesem Weg von den Beamten sehr schnell dementiert werden. Schließlich schickte die Polizei die Aufforderung an die Nutzer, das Medium verantwortlich zu benutzen und keine Beamten im Einsatz vor Ort zu filmen oder zu fotografieren und dieses Material dann ins Netz zu stellen. Jeder der Nutzer verstand sofort, dass diese Aufforderung keine Zensur bedeutete, sondern den Tätern keine wichtigen Informationen über den laufenden Einsatz geben sollte. Auch diese Nachricht verbreitete sich schnell über den Kurznachrichtendienst und viele Nutzer schienen sich daran zu halten.
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Was die sozialen Netzwerke zudem leisten können, demonstrierte auch Facebook, das den „Safety Check“ („Sicherheitscheck“) für München aktivierte, womit Bewohner mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind. Zudem twitterten etliche Bewohner der Stadt den Hashtag #OffeneTür, um Menschen Unterschlupf zu gewähren.
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Die übliche Hexenjagd

Allerdings kam es im Netz auch zur fast schon üblichen Hexenjagd. Über den Facebook-Account einer  jungen Frau war in den Stunden vor der Schießerei mehrere Male dazu aufgerufen worden, sich um 16 Uhr an dem Einkaufszentrum beim  Münchner Olympiastadion zu treffen. Wie auf Befehl empörte sich der Internet-Mob, der einen der Täter gefunden glaubte, der unschuldige Menschen in eine Falle locken wollte. Wüste Beschimpfungen und Todesdrohungen hagelten auf das Mädchen nieder. Niemand wusste, wer die junge Frau ist, ob ihr Account gehakt worden ist oder ob das alles einfach nur Zufall war. Das  Internet zeigte sich  von seiner ganz hässlichen Seite.

Türkei-Putsch: Twitter ist die erste News-Quelle

Der Putschversuch in der Türkei am Freitagabend hat alte und neue Medien schlecht aussehen lassen: Newsportale hinkten den sich überschlagenden Entwicklungen in der Türkei teilweise deutlich hinterher, während ARD und ZDF zunächst mit dem vorgesehenen Programm auf Sendung blieben. Wieder einmal bewies der 140-Zeichendienst Twitter dagegen sein Alleinstellungsmerkmal als erstes Echtzeitmedium bei Breaking News. Stark auch: Facebook mit seinen Live-Channels.

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Auf MEEDIA ist eine kluge Beschreibung von Nils Jacobsen zu lesen.

Hier geht es zu dem Artikel

Jan Böhmermann erklärt Twitter-Gate für beendet

Jan Böhmermann ist zurück. Drei Tage nach seinem groß angekündigten Aus bei Twitter hat der TV-Moderator den Boykottabgebrochen.  Damit ist das Thema Torten-Gate für ihn beendet.

 

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Offensichtlich hat er erkannt, dass Facebook nicht das ideale Medium für ihn ist. Von ihm stammt auch der Satz: „Bei Facebook sind die Dummen. Bei Twitter sind die Schlauen. Ist so.“ Nach dem Ende des Boykotts schrieb er noch.
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Rache für keine Torte

Den Grund für seinen Boykott hatte Böhmermann in seiner ZDF-Show „Neo Magazin Royale“ erklärt: Twitter hatte ihm zum zehnjährigen Geburtstag des Kurznachrichtendienstes keine Torte geschickt. „Was mit uns gemacht wurde von Twitter … das war wirklich eine absolute Frechheit.“ 170 Redaktionen und „wichtige Leute in ganz Deutschland“ hätten eine Torte bekommen. „Wir machen seit drei Jahren in jeder Sendung einen Hashtag der Woche!“, rief Böhmermann empört. „Das erste Wort, das ich in jeder Sendung sage, seit drei Jahren, ist Twitter.“ Er habe Twitter quasi erfunden. „Und dann sowas: Wir haben keine Torte bekommen! Keine Torte für uns! Das gibt’s doch gar nicht!“ Sein Profilbild bei Twitter ersetzte Böhmermann mit einem durchgestrichenen Twitter-Logo.

Zudem hetze er auf Facebook immer wieder gegen Twitter:

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Der Boykott Böhmermanns gegen Twitter war kurz davor, sich zu einer ausgewachsenen Staatsaffäre auszuweiten. Sogar der Justizminister hatte sich eingschaltet.

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 Die Reaktion von Twitter

Auf Böhmermanns Boykott reagierte Twitter mit einem Tweet: „Unsere Liebe hält das doch aus, oder? Wir machen es auch wieder gut“, gefolgt von dem Hashtag #backenfürböhmi und dem Aufruf, Jan Böhmermann eine Torte zu schicken. Böhmermann nahm das Friedensangebot offenbar an. Das Anti-Twitter-Logo ist aus seinem Profilbild verschwunden.

Hier der Link zur Berichterstattung über Böhmermanns Twitter-Gate

 

Edward Snowden auf Twitter

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Snowden folgt der NSA

Nun ist auch Edward Snowden auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Der berümteste Whistleblower der Welt folgt (bisher allerdings) nur einem anderen Accout: der NSA. Laut dem Enthüllungsportal „The Intercept“ folgt der Geheimdienst ihm aber nicht zurück – zumindest nicht offiziell.

Snowden hat innerhalb einer Stunde mehr als 100 000 Follower angezogen. «Könnt Ihr mich jetzt hören», schrieb der 32-Jährige als ersten Tweet unter dem Account @Snowden, der mit einem blauen Haken für verifizierte Nutzer versehen ist.

15.09.29-snow02 Der erste Tweet von Snowden

Wie „The Intercept“ schreibt, hatte sich jemand den Account reserviert, aber drei Jahre lang nicht genutzt. Daher sei das Unternehmen kontaktiert worden, und Twitter habe zugestimmt, den Account Edward Snowden zu geben. Das Portal berichtet unter Berufung auf dessen Anwalt Ben Wizner, der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA werde selbst twittern.
Snowden hatte streng geheime Dokumente öffentlich gemacht, die die Abhörskandale um die NSA ins Rollen brachten. Dafür droht dem US-Bürger in seiner Heimat eine lebenslange Haftstrafe; er wird wegen Geheimnisverrats per Haftbefehl gesucht. Seit 2013 lebt er im russischen Asyl.