Ein 91 Jahre altes Hit-Wunder

Ein Lied des Veteranen Jim Radford über die Landung in der Normandie steigt in Großbritannien in die Charts. Vom Erfolg ist der Mann nun selbst überrascht. 

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Der Friedhof am Utah Beach in der Normandie

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Viele Tausend Tote auf beiden Seiten

Jim Radford musste sehr lange auf den Erfolg warten. Der berührende Song des 91 Jahre alten Veteranen aus dem Zweiten Weltkrieg ist in diesen Tagen zum Hit geworden, 75 Jahre nachdem der Brite als Junge bei der Invasion der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie dabei war.

In „The Shores of Normandy“ erzählt Radford, was er am Morgen des D-Day erlebt hat. Über 150.000 Soldaten landeten damals an der französischen Küste und griffen die deutschen Stellungen an. Auf beiden Seiten gab es viele Tausend Tote, doch es war der Anfang vom Ende der Nazi-Herrschaft.

Der jüngste Soldat des D-Day

Der Brite war mit 15 Jahren der jüngste D-Day-Soldat. Die britische Armee hatte zwar ein Mindestalter von 16 Jahren für den Einsatz festgesetzt, doch es gelang Radford dennoch, auf dem Handelsschiff „Empire Larch“ anzuheuern. Seine Aufgabe war es, beim Bau des provisorischen Hafens zu helfen, über die am sogenannten Gold Beach in Arromanches-les-Baines Truppen und schweres Gerät ausgeladen wurden. Jim Radford erinnert sich an die unzähligen Leichen, die im Wasser trieben und am Strand lagen, das viele Blut der Toten habe alles rot gefärbt.

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Erst 25 Jahre später besuchte Jim Radford erneut den Strand an der französischen Küste. „Ich dachte, dass die Erinnerungen nach so langer Zeit verblasste sind“, erzählt der Veteran. „Man gewöhnt sich daran, man geht weiter und lebt sein Leben nach dem Krieg.“ Doch als er eine Gruppe Kinder sah, die an jener Stelle lachend im Sand spielten, wo damals seine Kameraden starben, brachen die so lange unterdrückten Gefühle aus ihm heraus. Radford schrieb die Zeilen zu dem Lied „The Shores of Normandy“. Die Melodie stammt von dem irischen Volkslied „The Dawning of the Day”.

Vom Erfolg selbst überrascht

Seit 1969 spielte er den Song immer wieder. „Ich war erstaunt, dass Menschen zu mir sagten, dass sie von dem Lied überwältigt seinen“, erzählt Radford. Doch der Erfolg kam erst mit den Gedenkfeiern 75 Jahre nach dem D-Day. Der Brite beschloss, das Lied neu aufzunehmen und mit den Einnahmen ein Denkmal für die gefallenen britischen Soldaten in der kleinen Stadt Ver-sur-Mer an der Küste der Normandie zu unterstützen. Darin sind die Namen von 22.442 britischen Soldaten eingraviert, die bei der Offensive gegen die deutschen Truppen starben. Jim Radford sagt, er sei glücklich, nach so langer Zeit, noch etwas für seine getöteten Kameraden zu tun. ENDE-ENDE

 

Polen fordert Landsleute im Ausland zur Denunziation auf

Polen lässt nicht locker. Auf den Online-Seiten der polnischen Konsulate in Deutschland werden die Besucher aufgefordert, vermeintliche anti-polnische Äußerungen an polnische Botschaften und Konsulate zu melden. Dabei geht es vor allem um die von Polen zu Recht kritisierte Formulierung „polnische Todeslager“ für die von den Nazis während de zweiten Weltkrieges betriebenen Vernichtungslager auf polnischem Boden.

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Seite auf der Online-Seite des polnischen Konsulats in Hamburg, wo Besucher aufgefordert werden, anti-polnische Äußerungen zu melden.

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Ein Schreiben des Senatsmarschalls

Auf den Internet-Seiten der Konsulate wird die Seite als „GermanDeathCamps.info – Polish Radio’s educational website“ deklariert. Wer auf den Link klickt, wird weitergeleitet auf eine Seite mit einer kurzen geschichtlichen Präsentation geleitet, die offensichtlich vom polnischen Radio produziert wurde.

Dem NDR liegt nach eigenen Angaben ein dreiseitiges Schreiben vor, in dem der polnische Senatsmarschall Stanislaw Karczewski die im Ausland lebenden Polen auf, vermeintliche anti-polnische Äußerungen an polnische Botschaften und Konsulate zu melden. Wörtlich heiße es in dem Schreiben: „Bitte dokumentieren Sie alle anti-polnischen Äußerungen, Darstellungen und Meinungen, die uns schaden, und reagieren Sie darauf. Informieren Sie unsere Botschaften, Konsulate und Honorarkonsulate über jede Verleumdung, die den guten Ruf Polens beeinflusst.“

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Weltweit an Botschaften verteilt

Das Schreiben wird den Angaben zufolge weltweit über die polnischen Botschaften und Konsulate verbreitet. Anlass für den Brief sei das umstrittene Holocaust-Gesetz, das Präsident Andrzej Duda in der vergangenen Woche trotz Kritik unterzeichnet hat. Das Gesetz droht denjenigen eine Strafe von bis zu drei Jahren an, „die öffentlich und wahrheitswidrig dem polnischen Volk oder Staat“ eine Mitschuld an Verbrechen zuweisen, die durch das NS-Regime begangen wurden.

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Eine Frage des nationalen Stolzes

Für Karczewski sind Polen im In- und Ausland seit vielen Jahren „konfrontiert mit der schmerzhaften, ungerechten- und vor allem – faktisch nicht richtigen Formulierung ‚polnische Todeslager’ ebenso wie mit der Beschuldigung, Polen sei in den Holocaust involviert gewesen“. Dies sei eine Kränkung der nationalen Würde und des nationalen Stolzes, schreibt der polnische Senatsmarschall.

Noch keine „Ausführungsbestimmung“ für das Gesetz

Auf NDR-Anfrage teilte der polnische Botschafter in Berlin Andrzej Przylebski mit, bei dem Aufruf handele es sich um „die üblichen Aufgaben einer diplomatischen bzw. konsularischen Vertretung“. Auf die Frage des NDR, wie die diplomatischen Vertretungen mit solchen Meldungen umgehen wollen und ob Maßnahmen zur Strafverfolgung vorgesehen sind, teilte der polnische Botschafter mit, es gebe noch keine Ausführungsbestimmungen für das Gesetz.
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Der Premier verteidigt das umstrittene Gesetz

Der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki verteidigte das umstrittene Gesetz unterdessen. In den vergangenen 70 Jahren habe man sich daran gewöhnt, Polen als „Prügelknaben“ zu behandeln, sagte er im Interview der „Welt“ (Donnerstag). „Wir müssen die Wahrheit über diese Zeit erzählen, und Europa muss diese Wahrheit hören.“

Morawiecki räumte ein, es gehöre auch zur Wahrheit, „dass es unter den grausamen Bedingungen im besetzten Polen Hunderte, Tausende Menschen gab, die Verbrechen begangen, zum Beispiel Juden denunziert haben.“ Der Regierungschef sprach sich für gemeinsame Forschungsprojekte aus, „die klären, wie viele solcher Menschen es gegeben hat. Aber die Lage in Polen unter deutscher Besatzung darf man nicht aus den Augen verlieren.“

Erinnerung an das Sterben in Stalingrad

Es war ein unglaubliches Sterben. Mehr als 600.000 Menschen sind bei der Schlacht um Stalingrad gestorben. Vor 75 Jahren ging die Schlacht zu Ende und wurde zur Wende im Zweiten Weltkrieg.

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Gedenkfeier und Militärparade

Mit Gedenkfeiern und einer Militärparade hat Russland an das Ende der Schlacht erinnert. Präsident Wladimir Putin rief seine Landsleute auf, „sich an den Taten der Väter und Großväter ein Beispiel zu nehmen“. Das Land habe sich damals als „unbezwingliche Festung“ erwiesen und die Faschisten abgewehrt, sagte er am Freitag in der heute Wolgograd genannten Stadt.

Die Schlacht um Stalingrad mit Hunderttausenden Toten leitete 1942/43 die Wende im Weltkrieg ein. Erst hatten die deutsche Wehrmacht und ihre Verbündeten die Rote Armee in der Wolgastadt belagert, dann kesselten sowjetische Truppen die Deutschen ein. Die letzten Wehrmachtssoldaten kapitulierten am 2. Februar 1943. Zehntausende gerieten in Gefangenschaft, nur wenige kehrten in die Heimat zurück.

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Eine Militärparade mit Kriegsveteranen

Bei der Militärparade in Wolgograd sahen etwa 30 000 Menschen, darunter Kriegsveteranen, den Vorbeimarsch von 1400 Soldaten, wie die Agentur Tass meldete. Die russischen Streitkräfte zeigten hochmoderne Waffen wie die Luftabwehrsysteme S-400 und Iskander, die Mehrfachraketenwerfer Smertsch und Tornado.

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Als Zeichen der Versöhnung nach dem Krieg haben Russen und Deutsche in den vergangenen Jahrzehnten große Soldatenfriedhöfe bei Wolgograd angelegt. Allein in der deutschen Kriegsgräberstätte Rossoschka sind die Namen von 25 000 Toten eingraviert. Noch immer werden in Wolgograd sterbliche Überreste von Soldaten beider Seiten gefunden und beigesetzt.
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Lawrow mahnt die anderen Länder

Der russische Außenminister Sergej Lawrow verwahrte sich unterdessen gegen angebliche Versuche anderer Länder, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs umzuschreiben und die Bedeutung des sowjetischen Sieges zu schmälern. Das Andenken an die sowjetischen Befreier solle geschwärzt, die Nazis und ihr Anhang sollten dagegen reingewaschen werden, sagte Lawrow bei einer Gedenkveranstaltung seines Ministeriums in Moskau. Er bezog dies unter anderem auf rechte Kräfte in der Ukraine.

Russland und der Mythos von Stalingrad

75 Jahre nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad halten die meisten Russen den dortigen Sieg der Roten Armee einer Umfrage zufolge für das wichtigste Ereignis im Zweiten Weltkrieg.
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Der Mythos von Stalingrad

55 Prozent der Befragten teilen diese Ansicht, wie das staatliche Meinungsforschungsinstitut WZIOM in Moskau mitteilte. Der Erfolg der Sowjetunion in Stalingrad (heute Wolgograd) habe nach Einschätzung der Teilnehmer den Ausgang des „Großen Vaterländischen Krieges“ gegen Nazi-Deutschland mehr als alles andere beeinflusst.
Die Wissenschaftler von WZIOM schreiben:
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Сталинград (нынешний Волгоград), наряду с Ленинградом (нынешним Санкт-Петербургом), является для россиян знаковым местом, ассоциирующимся с подвигом советского народа в Великой Отечественной войне. Именно сюда, по словам большинства опрошенных (56% – в Волгоград, 58% – в Санкт-Петербург), следует привозить подрастающее поколение, чтобы рассказать ему о событиях тех лет.

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Die Truppen der deutschen Wehrmacht hatten sich am 31. Januar und am 2. Februar 1943 nach einer aufzehrenden Kesselschlacht in Stalingrad der Roten Armee ergeben. Zehntausende deutsche Soldaten kamen in Kriegsgefangenschaft, nur ein Bruchteil kehrte später in die Heimat zurück. Russland begeht das Ende der Kämpfe traditionell am 2. Februar.