Wissenswertes

Was wir schon immer einmal erfahren wollten! Auf dieser Seite ist allerlei Wissenswertes zusammengetragen. Die Rubrik wird ständig aktualisiert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Artikel zu den einzelnen Themen sind alphabetisch angeordnet.

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15.12.27-IAEA

Atomenergiebehörde (IAEA)

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wurde 1957 gegründet und wacht über die zivile Nutzung von Atomkraft und die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags. Demnach darf kein spaltbares Material weiterverbreitet werden. Die Behörde unter dem Dach der UN mit Sitz in Wien hat rund 170 Mitgliedstaaten. IAEA-Inspekteure prüfen weltweit mehr als 1200 Nuklearanlagen. Mit dem dabei überwachten atomaren Material könnten nach Behördenangaben theoretisch 193 500 Atombomben gebaut werden. In Nordkorea erhält die IAEA keinen Zugang. Zuletzt war die Behörde vor allem wegen des iranischen Atomprogramms aktiv.

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16.01.12-blaue mosche

Blaue Moschee

Das wegen seiner farbigen Wandfliesen „Blaue Moschee“ genannte Gotteshaus im Zentrum Istanbuls ist die wichtigste und größte Moschee der Stadt. Bauherr und eigentlicher Namensgeber war zwischen 1609 und 1616 Sultan Ahmet I. Die Moschee gilt als Modell klassischer türkischer Architektur. Zu Zeiten des Sultans gehörten noch Bäder, Krankenhäuser, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen zu dem Gebäudekomplex. Sie sind heute nur noch in Teilen erhalten.

Der Hauptraum ist mit 53 auf 51 Meter nahezu quadratisch. Die Kuppel ist 43 Meter hoch und hat einen Durchmesser von etwa 23 Metern. Vier Halbkuppeln an jeder Seite sowie die ungewöhnlich hohe Zahl von sechs Minaretten schaffen ein prächtiges Erscheinungsbild. Etwa 260 vielfach bunte Fenster erhellen den Innenraum, moderne Nachbildungen der Originale aus dem 17. Jahrhundert. Viele der rund 20.000 Fliesen mit Pflanzenmotiven sind kunsthistorisch bedeutsam.

Die Blaue Moschee gehört auch zu den wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt. 2006 und 2014 besuchten die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus das islamische Gotteshaus. Ihre Gebete dort machten angesichts des angespannten weltpolitischen Klimas seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 weltweit Schlagzeilen.

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15.12.13-Frauenwahlrecht We-can-do-it 

Frauenwahlrecht

Der Kampf um das Frauenwahlrecht reicht bis in das Zeitalter der europäischen Aufklärung zurück. Die Frauenbewegung mit ihrer Vorreiterin Olympe de Gouges aus Frankreich verlangte seit dem Ende des 18. Jahrhunderts eine rechtliche Gleichstellung der Frauen. Es dauerte mehr als ein Jahrhundert, bis das Frauenwahlrecht schrittweise rund um den Globus eingeführt wurde:

PIONIERE

1893 Nachdem ein Viertel der Frauen in Neuseeland dies in einer Petition gefordert hatte, wurde das aktive Wahlrecht für Frauen 1893 in dem Inselstaat eingeführt. 1919 wurde es durch das Recht ergänzt, dass Frauen sich als Kandidatinnen aufstellen lassen können.

In Australien datiert das Frauenwahlrecht auf 1902, bis 1962 blieben aber die Ureinwohner beiderlei Geschlechts vom Wahlrecht vollständig ausgenommen.

1906 Das Frauenwahlrecht tritt seinen Siegeszug in Skandinavien an, zunächst 1906 in Finnland, dann 1913 in Norwegen und 1919 in Schweden.

DURCHBRUCH

1918 Im Zuge der Revolutionsbewegung am Ende des Ersten Weltkriegs wird das Frauenwahlrecht 1918 in Deutschland und in Russland eingeführt.

1920 Mit der Präsidentschaftswahl 1920 gilt in den USA erstmals landesweit das Frauenwahlrecht. Vorläufer waren entsprechende Neuregelungen in den Bundesstaaten Wyoming 1869 und Colorado 1893.

1928 In Großbritannien wird das volle Frauenwahlrecht eingeführt. Seit 1918 galt ein Frauenwahlrecht ab 30 Jahren.

1934 Als erstes muslimisches Land außerhalb der Sowjetunion führt die Türkei das Frauenwahlrecht ein. Es ist ein Erbe des Gründers der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk.

1944 Frankreich, das sich als Land der Menschenrechte versteht, führt mit deutlichem zeitlichem Rückstand gegenüber vielen anderen modernen Staaten das Frauenwahlrecht ein.

NACHZÜGLER

1971 Bei landesweiten Wahlen in der Schweiz erhalten die Bürgerinnen das Wahlrecht, in einzelnen Kantonen dauert es aber bis 1990, bevor das Frauenwahlrecht greift.

1993 Als letztes Land in Europa gewährt die Republik Moldau den Frauen volle Bürgerrechte.

1994 Das Frauenwahlrecht gilt in Südafrika nach dem Ende der Apartheid unabhängig von der Hautfarbe. Seit 1930 durften weiße Frauen wählen, seit 1984 weibliche Mischlinge.

1994-2006 Auch in den Golf-Monarchien wird allmählich das Frauenwahlrecht eingeführt: 1994 in Oman, 1999 in Katar, 2001 in Bahrain, 2005 in Kuwait.

2015 Erstmals haben Frauen in Saudi-Arabien aktives und passives Wahlrecht. Die Entscheidung geht auf den inzwischen verstorbenen König Abdallah zurück.

 

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16.01.25-Logo-frontex

Die Agentur Frontex

Die Agentur Frontex ist für den Schutz der EU-Außengrenzen zuständig und unterstützt die EU-Staaten bei dieser Aufgabe. Zu diesem Zweck dirigiert Frontex mit Sitz in Warschau nationale Einsatzkräfte bei der Überwachung der Außengrenzen, etwa um die illegale Einwanderung über die Mittelmeerländer Italien, Malta, Spanien und Griechenland zu verhindern. Bei Grenzschutz-Missionen ist Frontex auf die EU-Mitgliedstaaten angewiesen, die Grenzschützer sowie Material wie Hubschrauber und Schiffe bereitstellen.
In der Flüchtlingskrise wurden die Aufgaben der Grenzschutzagentur erweitert und das Personal aufgestockt. So hilft Frontex dem überforderten Griechenland bei der Registrierung von ankommenden Flüchtlingen. Die Agentur koordiniert auch die Abschiebung von illegal eingereisten Migranten und rettet Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken.
Die Agentur sammelt und analysiert zudem Informationen zur Grenzsicherheit, stellt technische Ausstattung für Einsätze bereit und entwickelt Standards für die Ausbildung von Grenzschützern in Europa. Rund 400 Menschen arbeiten für die 2004 gegründete Agentur.
Die EU-Kommission will Frontex nun zu einer echten Grenz- und Küstenschutzbehörde ausbauen. Mindestens 1500 zusätzliche Grenzbeamte aus den EU-Staaten sollen schnell zur Verfügung stehen. Ist ein Staat überfordert, soll Frontex federführend für den Grenzschutz aktiv sein, und das auch gegen den Willen des Landes.

 

 

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15.12.13-grüne-logo

Die Grünen

Baden-Württemberg

Die Landespartei der Grünen wurde am 30. Juni 1979 auf einem Parteitag in Sindelfingen (Kreis Böblingen) gegründet. Ein halbes Jahr später zogen die Grünen mit 5,3 Prozent der Stimmen zum ersten Mal in den Landtag ein. Auch die Bundespartei gründete sich in Baden-Württemberg: im Januar 1980 in Karlsruhe. Die Partei ist im Südwesten stärker als die Bundes-Grünen realpolitisch ausgerichtet und zielt darauf, neben der Mitte der Bevölkerung auch konservative Wähler anzusprechen.

Koalitionen

Nach der Landtagswahl 2006 führte der CDU-Politiker Günther Oettinger Gespräche mit dem damaligen Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann über ein mögliches Regierungsbündnis. Aber dann machte der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Mappus durch eine öffentliche Erklärung gegen Schwarz-Grün dem Treiben ein Ende.

Regierungswechsel

2011 kam es zum Regierungswechsel – Schwarz-Gelb musste die Macht abgeben. Seitdem führt Kretschmann das Land mit einer grün-roten Koalition. Er ist der erste grüne Ministerpräsident in Deutschland überhaupt.

Landtag

Nach einem Ergebnis von 24,2 Prozent bei der Landtagswahl 2011 sind die Grünen mit 36 Sitzen im Stuttgarter Landtag vertreten. Bei der Bundestagswahl 2013 fuhren sie im Land 11,0 Prozent ein. Der Landesverband hat rund 9000 Mitglieder.
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16.01.12-hagia

Hagia Sophia

Die Hagia Sophia (griechisch: „Heilige Weisheit“) ist eines der berühmtesten Gebäude der christlichen und auch der islamischen Religionsgeschichte. Unter Kaiser Justinian wurde sie von 532 bis 537 erbaut. Das Werk der Architekten Isidoros von Milet und Anthemios von Tralleis wurde zum grundlegenden Modell späterer religiöser Bauwerke.

Nach dem Fall von Konstantinopel 1453 wandelte Sultan Mehmet II. die damalige Hauptkirche des orthodoxen Christentums in eine Moschee um. Im Innenraum ersetzten muslimische Insignien die christlichen; Ikonen wurden entfernt und Mosaike mit Putz bedeckt. Diese wurden erst im 20. Jahrhundert wieder freigelegt. Nach dem Ende des Osmanischen Reiches und der Ausrufung der Türkischen Republik wandelte der Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk die Moschee 1934 in ein Museum um. Bis heute fordern muslimische Fundamentalisten, sie wieder zur Moschee zu machen.

Die 55 Meter hohe Hauptkuppel der Hagia Sophia prägt das Erscheinungsbild im Zentrum Istanbuls mit. Die frühere Krönungskirche byzantinischer Kaiser wird durch mehrere Halb- und Nebenkuppeln abgestützt; vier Minarette bilden die Eckpunkte. Fensterreihen am Fuß lassen den Eindruck eines schwebenden Daches entstehen.

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16.01.25-holocaust

Holocaust-Gedenktag

Jeweils am 27. Januar wird weltweit der Opfer des Holocaust gedacht. Das Datum erinnert an die Befreiung der überlebenden Häftlinge des größten NS-Konzentrationslagers Auschwitz durch russische Truppen am 27. Januar 1945. Seit 1996 gedenken die Deutschen jeweils an diesem Tag der Millionen Opfer des Völkermords. Im November 2005 verabschiedete auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 27. Januar zum weltweiten Gedenktag macht.
Das 1940 errichtete Konzentrationslager bei Krakau ist zum Inbegriff des Völkermords an den Juden geworden. Dort wurden rund 1,5 Millionen Menschen, die meisten davon Juden, sowie viele Tausend Sinti und Roma und Polen ermordet. Insgesamt erfasste das nationalsozialistische Terrorsystem in Europa 24 Hauptlager und etwa 1.000 Außenlager.
Holocaust ist die seit den 1980er Jahren gebräuchliche Bezeichnung für die Massenvernichtung der sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs. Der Begriff stammt vom griechisch-lateinischen Wort „holocaustum“ ab. Es bedeutet „ganz verbrannt“ oder „Brandopfer“ und meinte ursprünglich ein Gott wohlgefälliges Opfer. Die Verwendung dieses Begriffs aus der sakralen Sprache für die NS-Verbrechen war deshalb nicht unumstritten. In Israel wird bis heute der eher säkulare hebräische Ausdruck „Schoah“ gebraucht. Er bedeutet „Zerstörung“ oder „Katastrophe“.
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16.02.03-Iowa

Iowa – US-Vorwahlen

Alle vier Jahre sind US-Präsidentschaftsbewerber beider Parteien in Iowa auf Wahlkampftour. Sie schüttelten auch noch in den kleinsten Ortschaften Hände und posierten in Cafés, bei Veteranentreffen, in Büchereien und wo auch immer es sonst noch möglich war mit Wählern für Fotos. Alles, um gut in die Vorwahlen zur Nominierung der Präsidentschaftskandidaten zu starten. Denn die Vorwahl in Iowa gilt als wichtiges Trendbarometer für die weiteren Ambitionen der einzelnen Anwärter.
Hier die wichtigsten Fakten zum sogenannten Caucus:

Wann und Wo

Beim Caucus treffen sich Parteimitglieder und für die Wahl registrierte Unabhängige zu kleinen Versammlungen in Schulen, Kirchen und sogar Privathäusern im ganzen Staat, die Demokraten an 1100 Orten, die Republikaner an fast 900. Die Caucuses beginnen am Montag um 19 Uhr Ortszeit (Dienstag, 02.00 Uhr deutscher Zeit) und können unterschiedlich lange dauern, je nachdem wie viele teilnehmen wollen. Die Versammlungen werden von den Parteien organisiert und nicht von der Wahlkommission.

Beteiligung

Nur ein Bruchteil der rund drei Millionen Einwohner des kleinen Staats im Mittleren Westen der USA nehmen an den Caucuses teil. Rund 1,2 Millionen sind Mitglieder einer der beiden Parteien, 727 000 weitere Wähler sind ohne Angabe einer politischen Zugehörigkeit registriert. Davon wiederum dürften nach Schätzungen der Parteien nur 15 Prozent tatsächlich abstimmen, also rund 300 000 Menschen.

Warmes Wetter

Ein wichtiger Faktor für die Beteiligung ist das Wetter, das im Februar in Iowa sehr winterlich sein kann. In diesem Jahr sollen die Temperaturen am Tag der Vorwahl zumindest über dem Gefrierpunkt liegen. Für den Dienstag ist allerdings ein Schneesturm vorhergesagt und sollte dieser früher eintreffen als prognostiziert, könnten einige Caucus-Wähler zu Hause bleiben.

Verschiedene Regeln

Die beiden Parteien halten ihre Caucuses in Iowa seit 40 Jahren am gleichen Abend ab, sie laufen aber unterschiedlich ab. Bei den Republikanern versammeln sich die Parteimitglieder, hören sich kurze Reden von Unterstützern der verschiedenen Anwärter an und füllen dann die Stimmzettel aus.
Die Zahlen aus jeder einzelnen Versammlung werden über eine eigens entwickelte Smartphone-App an die Partei übermittelt und von dieser an die Medien weitergegeben. Die abgegeben Stimmen werden proportional auf die 30 Delegierten verteilt, die Iowa zum Parteitag der Republikaner schickt, bei dem dann der Präsidentschaftskandidat nominiert wird.
Bei den Demokraten läuft der Caucus etwas interaktiver – und komplizierter – ab. Dort bilden die Parteimitglieder bei jedem ihrer mehr als 1000 Treffen Unterstützergruppen für die einzelnen Kandidaten, es ist also keine geheime Stimmzettelwahl. Diesen Gruppen müssen jeweils 15 Prozent der Anwesenden angehören. Wird dieser Richtwert nicht erreicht – hat also einer den Anwärter zu wenig Unterstützer -, müssen sich diese der Gruppe eines anderen Kandidaten anschließen oder sich enthalten. Die so abgegebenen Stimmen werden dann proportional auf die 44 Delegierten für den demokratischen Parteitag verteilt.

Alter

Das Wahlalter in den USA liegt bei 18. Doch auch 17-Jährige dürfen an den Caucuses teilnehmen, wenn sie bis zur Wahl im November ihren 18. Geburtstag feiern und für die Wahl registriert sind.

Der Sinn des Ganzen

Weil das kleine Iowa vergleichsweise wenig Delegierte zum Parteitag schickt, hat es in absoluten Zahlen wenig Einfluss darauf, welcher Kandidat dort nominiert wird. Doch es ist die erste von vielen Vorwahlen und kann so über das Schicksal der einzelnen Anwärter entscheiden. Wer gewinnt oder besser abschneidet als erwartet, bekommt mehr Publicity und Spenden für die Vorwahl in New Hampshire in der Woche darauf und die Abstimmungen danach. Wer jedoch verliert, kann – besonders im breiten Feld der Republikaner – schnell abgeschrieben werden.
Bei den Demokraten war in den letzten drei Vorwahlen der Sieger aus Iowa letztlich auch der Präsidentschaftskandidat der Partei. Ganz anders bei den Republikanern, wo seit George W. Bush im Jahr 2000 kein in Iowa siegreicher Anwärter schließlich auch die Nominierung seiner Partei gewann.
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16.01.26-luther

Lutherische Weltbund

Der Lutherische Weltbund (LWB) mit Sitz in Genf ist ein Zusammenschluss von 145 Mitgliedskirchen in 98 Ländern. Er repräsentiert weltweit mehr als 72 Millionen Christen. Der Weltbund wurde am 1. Juli 1947 im schwedischen Lund gegründet. Präsident ist seit 2010 Bischof Munib Younan von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land. Generalsekretär des konfessionellen Dachverbandes ist der chilenische Theologe Martin Junge.
Der Lutherische Weltbund ist Partner des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen im Dialog zwischen Lutheranern und römisch-katholischer Kirche. Das oberste Leitungsgremium des Weltbundes ist die Vollversammlung, die in der Regel alle sechs Jahre tagt. In der Zeit zwischen den Tagungen wird der Weltbund von dem Rat geführt. Die nächste Vollversammlung der Lutherischen Weltbundes findet 2017 in Namibia statt.
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15.12.16-pfingsten

Pfingsten

An Pfingsten feiern die Christen das Kommen des Heiligen Geistes. Es ist das dritte Hauptfest im Kirchenjahr nach Weihnachten und Ostern. Pfingsten gilt als „Geburtstag der Kirche” und dem Beginn der weltweiten Mission.

Mit dem Pfingstfest endet die 50-tägige Osterzeit. Das Wort Pfingsten leitet sich ab von „Pentekoste“, dem griechischen Begriff für „der fünfzigte Tag“. Hintergrund ist das jüdische Erntedankfest Schawuot, das 50 Tage nach Pessach gefeiert wird.

Die Bibel schildert nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt eine neue Gemeinschaft der Jünger in ihrer Apostelgeschichte so: „Sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen”.

Die Menschen konnten sie jeweils in ihrer eigenen Sprache hören. Petrus rief die Menschen daraufhin auf, Buße zu tun und sich auf den Namen Christi taufen zu lassen. Ihm folgten laut Pfingsterzählung rund 3000 Menschen.

Bis zum 4. Jahrhundert wurde an Pfingsten zugleich Christi Himmelfahrt gefeiert. Erst später entwickelten sich daraus zwei eigenständige Feiertage.

Im Kirchenkalender endet mit Pfingsten die Osterzeit. Das Fest hat ein reiches Brauchtum hervorgebracht, darunter den an vielen Orten begangenen Pfingstritt.

In Deutschland und vielen anderen Ländern ist auch der Pfingstmontag arbeits- und schulfrei.

 

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16.01.12-Istanbul-Sultan-karte

Sultanahmet-Viertel in Istanbul

Der Stadtteil Sultanahmet in Istanbul gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Türkei für Touristen aus aller Welt. Benannt ist er nach Ahmet I., der als Sultan von 1603 bis 1617 über das Osmanische Reich herrschte. Das Altstadtviertel liegt auf einer Halbinsel im europäischen Teil Istanbuls. Hier befand sich auch das Zentrum des historischen Konstantinopels. In der Nähe des zentralen Sultanahmet-Platzes stehen mit der Blauen Moschee, der Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Auf dem Platz steht auch der Deutsche Brunnen, der im Andenken an einen Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. in Istanbul im Jahre 1898 errichtet wurde. 1985 erklärte die Unesco das Viertel zum Weltkulturerbe.

 

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15.12.13-Frankreich-Flagge

Wahlrecht in Frankreich

Das französische Mehrheitswahlrecht stellt für kleine Parteien eine schwer zu nehmende Hürde dar. Auch die erfolgreicheren unter ihnen gehen am Ende häufig leer aus oder sind kaum in wichtigen Parlamenten des zentralistisch organisierten Frankreich vertreten.
Ein Überblick über Regelungen im französischen Wahlrecht:

Präsidentschaft

Alle fünf Jahre wird der Präsident bestimmt – bisher stets in zwei Wahlgängen. In der ersten Runde ist eine absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich. Gelingt dies keinem der Bewerber, treten die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen aus Runde eins in einer Stichwahl gegeneinander an.

Nationalversammlung

Die 577 Abgeordneten werden alle fünf Jahre gewählt. Ohne absolute Mehrheit im ersten Wahlgang dürfen alle Kandidaten mit mindestens 12,5 Prozent der Stimmen in der zweiten Runde antreten. Dann ist eine relative Mehrheit ausreichend.

Senat

Die 348 Mitglieder der zweiten Parlamentskammer werden alle drei Jahre jeweils zur Hälfte indirekt von einer Wahlversammlung gewählt. Dazu gehören die 577 Abgeordneten der Nationalversammlung, etwa 1870 Regionalräte, 4000 Räte der Départements sowie 142 000 Delegierte der Gemeinderäte. Das Kräfteverhältnis im Senat spiegelt also immer mit Zeitverzögerung die Ergebnisse der anderen Wahlen.

Regionen

Erzielt bei Regionalwahlen eine Liste in der ersten Runde die absolute Mehrheit, erhält sie die Mehrheit der Sitze. Parteien mit mehr als fünf Prozent werden in diesem Fall nach dem Verhältnis ihrer Stimmen bedacht. Andernfalls findet ein zweiter Wahlgang statt, an dem alle Listen mit mehr als zehn Prozent teilnehmen können. Zudem können sie mit Listen fusionieren, die im ersten Wahlgang mindestens fünf Prozent erreichten.

Europa

Die Wahl zum Europaparlament erfolgt auch in Frankreich nach dem Verhältniswahlrecht mit nationalen Listen. Es gilt eine Fünf-Prozent-Hürde. Frankreich wird von 74 Abgeordneten in Straßburg vertreten.
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15.12.27-EU

EU-Ratspräsidentschaft

Nach einem zuvor beschlossenen Zeitplan übernimmt eines der 28 EU-Mitgliedsländer die rotierende Präsidentschaft im Ministerrat. Der Vorsitz wechselt alle sechs Monate. Als Nachfolger Luxemburgs sind im ersten Halbjahr 2016 die Niederlande an der Reihe, dann folgt die Slowakei. Die Reihenfolge ist schon bis 2020 festgelegt.
Die Ratspräsidentschaft führt den Vorsitz in der Runde der EU-Botschafter in Brüssel ebenso wie bei wichtigen Ministertreffen. Das vorsitzende Land organisiert die Treffen des Rats und vertritt ihn innerhalb der Europäischen Union sowie auf internationaler Ebene.
Gelingen oder Scheitern einer Ratssitzung hängen wesentlich von der Gestaltung der Tagesordnung und vom diplomatischen Geschick der Präsidentschaft ab. Kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen den Staaten, versucht das vorsitzende Land zu vermitteln.
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15.12.27-sternsinger

Die Sternsinger

Das Sternsingen oder Dreikönigssingen zählt zu den ältesten katholischen Bräuchen. Nach Angaben des Kindermissionswerks ist es die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. In den Tagen rund um das Dreikönigsfest am 6. Januar ziehen Mädchen und Jungen als Könige verkleidet von Haus zu Haus und sammeln Geld für soziale Projekte weltweit. Sie klingeln an den Türen und verkünden singend Christi Geburt.
Die Sternsinger schreiben mit Kreide die Buchstaben „C+M+B“ und die Jahreszahl an die Tür. Die Kürzel mit den Anfangsbuchstaben der Heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar stehen für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus).
Die Spenden-Einnahmen lagen in den 80er Jahren noch bei 22 Millionen D-Mark (rund 11,25 Millionen Euro). Seitdem stiegen sie kontinuierlich – auf zuletzt 45,5 Millionen Euro.

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002-Aleppo01

Waffenstillstand – Feuerpause

Das Völkerrecht unterscheidet zwischen einer meist vorübergehenden Waffenruhe (Feuerpause) und einem vertraglich vereinbarten Waffenstillstand. Nach einer Waffenruhe kann die Wiederaufnahme der Kämpfe folgen. Sie kann aber auch verlängert werden und in einen vertraglich vereinbarten Waffenstillstand übergehen.

Mit dem umgangssprachlichen Begriff humanitäre Feuerpause ist meist eine von Gegnern im bewaffneten Konflikt angestrebte kurzzeitige Waffenruhe zur Versorgung Notleidender gemeint. Auch von einer Seite verkündete einseitige Feuerpausen kommen vor. Diese bewirken nicht immer, dass auch der Gegner die Kampfhandlungen aussetzt.

Die Haager Landkriegsordnung von 1907 als grundlegender völkerrechtlicher Vertrag über das Verhalten im Kriege kennt nur den Begriff „Armistice“, der meist mit Waffenstillstand übersetzt wird. Darin heißt es: „Der Waffenstillstand unterbricht die Kriegsunternehmungen kraft eines wechselseitigen Übereinkommens der Kriegsparteien. Ist eine bestimmte Dauer nicht vereinbart worden, so können die Kriegsparteien jederzeit die Feindseligkeiten wieder aufnehmen.“

 

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Woche der Brüderlichkeit

Die „Woche der Brüderlichkeit“ richtet sich gegen weltanschaulichen Fanatismus und religiöse Intoleranz. Seit 1952 wird die bundesweite Aktionsreihe jeweils im März vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit veranstaltet. Ihm gehören rund 80 Gruppen an. Sie setzen sich ein für Verständigung und Versöhnung zwischen Christen und Juden, wenden sich gegen Judenfeindschaft und gegen Diskriminierung aus religiösen, weltanschaulichen, politischen, sozialen oder ethnischen Gründen.

Jeweils zum Auftakt der „Woche der Brüderlichkeit“ verleiht der 1949 gegründete Koordinierungsrat seit 1968 die Buber-Rosenzweig-Medaille. Sie ist benannt nach den jüdischen Philosophen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929). Mit ihr ausgezeichnet werden Menschen, Institutionen oder Initiativen für Verdienste um eine Verständigung zwischen Christen und Juden.

Zu den Trägern der Medaille gehören der Geigenvirtuose Yehudi Menuhin (1916-1999), der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1920-2015) und der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer (Grüne).